Mit seiner Aussage, die Schutzmachtfunktion Österreichs sei überflüssig, habe Ministerpräsident Mario Monti „die Haltung der übelsten Regierungen übertroffen, die wir in der Autonomiegeschichte erlebt haben“.Wirklich verwundert zeigt sich Brugger allerdings nicht: „Im Grunde bestätigt diese Aussage nur das, was wir in Rom und Bozen tagtäglich erleben: Der Regierung Monti und insbesondere dem Regierungschef Monti selbst fehlt jedes Verständnis gegenüber den Sonderautonomien.“ Seit Monaten erlebe Südtirol immer wieder, wie sich die Regierung über alle Spielregeln hinwegsetze und sogar die eigenen Verfassungsgesetze breche. „Dass man nun aber soweit geht, bilateral getroffene, international verankerte Abkommen in Abrede zu stellen – das ist der Gipfel“, so Brugger.Keine Regierung in der Autonomiegeschichte – „auch nicht die übelsten, die wir erlebt haben“ – habe sich derart unsensibel zum Südtirol-Thema geäußert. „Sogar die Regierungen Berlusconi, die immer wieder Angriffe auf die Autonomie starteten, haben sich letztlich an die Autonomiebestimmungen gehalten“, so Brugger.Bei allen Schwierigkeiten und Sparzwängen, die Monti zu bewältigen habe: „Bilaterale Abkommen können nicht einseitig in Frage gestellt werden; zudem täte Monti gut daran, sich nicht auf Südtirol zu konzentrieren, sondern er soll endlich dort aufräumen, wo aufzuräumen ist, zum Beispiel im Süden – hierhin wird immer noch Geld nachgeschoben, auch unter der Regierung Monti, ohne dass auch nur in geringster Weise die Strukturen hinterfragt und verändert worden wären“, so Brugger.„Ich für meinen Teil kann nur sagen: Ich hoffe, dass die Regierungszeit Monti so rasch wie möglich zu Ende geht und wieder eine politische Regierung gewählt wird, mit der man politisch reden kann. Dauernd nur Geld abzwacken und dabei noch die eigenen Gesetze brechen – das ist für eine Demokratie unzumutbar“, so Brugger abschließend.