In seiner Stellungnahme im Parlament mahnte Brugger eine rasche Steuerreform an, die den Klein- und Mittelbetrieben sowie den Familien zugute kommen solle.„Die Situation der Klein- und Mittelbetriebe in Italien und damit auch in Südtirol ist sehr besorgniserregend: Sie müssen nach wie vor in einem wirtschafts- und steuerpolitischen Rahmen arbeiten, der schon zu Zeiten vor der Krise höchst problematisch war“, so Brugger. Die Regierung habe diese Problematik auch mehrfach bestätigt – nicht zuletzt in ihrem Regierungsprogramm, das ja aus diesem Grund eine tief greifende Steuerreform vorsehe. „Wir müssen allerdings feststellen, dass diese Reform immer wieder auf die lange Bank geschoben wird. Wenn es unseren Unternehmen immer schlechter geht und damit viele Arbeitsplätze in Gefahr sind, so darf sich die Regierung nicht weiterhin auf die weltweite Wirtschaftskrise berufen. Sie selbst verzögert einen Aufschwung, indem sie wirtschafts- und steuerpolitische Impulse ganz einfach nicht setzt“, kritisiert Brugger. Nach wie vor liege der Steuerdruck in Italien weit über dem EU-Durchschnitt. Die Regierungskoalition und Ministerpräsident Silvio Berlusconi hätten eine Reform für den Beginn der Legislaturperiode versprochen – „inzwischen sind wir in der zweiten Hälfte der Amtszeit angekommen, und geschehen ist praktisch gar nichts“, so Brugger.In ähnlich schwieriger Situation wie die Unternehmen befinden sich laut Brugger auch die Familien, deren Einkommenssituation ebenso dringend verbessert werden müsse. „Wir fordern dazu seit Jahren die Einführung des so genannten Familiensplittings, das eine echte Entlastung für die Familieneinkommen bringen würde“, so Brugger. Er forderte die Regierung auf, die Steuerreform „mit höchster Dringlichkeit in Angriff zu nehmen“.