Er sei zu den Landtagswahlen mit einem politischen Projekt angetreten, das versucht habe, die gemäßigten Kräfte der italienischen Volksgruppe zu bündeln, um für die Südtiroler Bevölkerung im Geiste des Zusammenhalts und für eine Stärkung der Autonomie zu arbeiten.Im Vorfeld der Landtagswahl habe er zusammen mit der Vorstellung seiner Kandidatur und Gruppe mitgeteilt, dass er das Ergebnis auch als Wertung seiner bisherigen politischen Tätigkeit sehe. „Die Aussage der Wähler bei dieser Wahl war anders als 2014 (vorgezogene Gemeinderatswahl; Anm. d. Red.), aber sie war eindeutig. Die Bürger wünschen sich eine Veränderung und ich werde diesem Wunsch nicht im Wege stehen“, erklärte Stancher sichtlich bewegt. Er habe nachgedacht und 2 Nächte darüber geschlafen – nun stehe sein Entschluss fest. All jenen, die ihn gewählt haben, danke er ausdrücklich.Der größte mit diesem Rücktritt verbundene Wermutstropfen sei, dass es ihm nicht mehr vergönnt sei, bei der Übergabe der um- und ausgebauten Bocciahalle zu einem Vereinszentrum, für das er sich persönlich sehr eingesetzt habe, dabei sein zu können. Diese Gemeinschaft in dem neuen Gebäude, unabhängig von Sprache, inhaltlicher und politischer Ausrichtung der Vereine, sei beispielhaft für das, was er politisch erreichen wollte. „Vielleicht ist die Zeit dafür noch nicht reif“, resümierte Stancher.Was die Veränderung im Brunecker Gemeinderat betrifft, so habe sich seine Gruppe auf das Nachrücken von Antonio Bovenzi, dem Dritten der 2014 Nichtgewählten geeinigt, erklärte Stancher. Aus einem der 3 Ratsmitglieder italienischer Muttersprache muss Bürgermeister Roland Griessmair dann Stanchers Nachfolger ernennen. Sich selbst sieht Stancher in Zukunft nicht mit den Händen in der Hosentasche. „Ich habe keine konkreten Hobbies, weil meine Zeit ganz in meiner politischen Arbeit aufgegangen ist. Ich würde mich gerne im sozialen Bereich weiter für die Allgemeinheit einsetzen“, sagt er.D/mt