„Das entspricht nicht der tatsächlichen Inflation, ich hätte das nicht unterschrieben“, sagt ASGB-Chef Tony Tschenett – mit Blick auf die Südtiroler Verhandlungen. Für die hat Landeshauptmann Arno Kompatscher gestern weitere 100 Millionen Euro versprochen. <BR /><BR />Die Trentiner Einigung sieht eine teilweise Inflationsanpassung für den Dreijahreszeitraum 2022 bis 2024 vor und schafft die Grundlagen für die Erneuerung des Vertrags 2025 bis 2027. Betroffen sind 38.000 Beschäftigte, die im Durchschnitt 150 Euro brutto mehr pro Monat bekommen sollen. Die Erhöhungen ab 2024 würden 7,8 Prozent betragen. CGIL hat nicht unterzeichnet, Fenalt unter Protest. <h3> Tschenett: „Hätte da auch nicht unterschrieben“</h3>„Ich hätte da auch nicht unterschrieben“, sagt ASGB-Chef Tschenett, denn das entspreche bei weitem nicht der tatsächlichen Inflation. Aber zumindest sei man im Trentino schon bei „aktuellen Verträgen“. In Südtirol hinke man da bei Weitem hinterher: „Wir haben noch nicht einmal die Bestimmungen zur Elternzeit für 2019/21 unterzeichnet“, erinnert er. Und für 2022 bis 2024 sei hierzulande „noch alles offen“, einschließlich der Bereichsverträge. <BR /><BR />Das liege auch an der Wiedereinführung der Verhandlungsagentur 2020: Seither gehe alles noch schleppender. Doch wie auch immer, eines steht für Tschenett fest: Diesmal muss ordentlich aufgebessert werden.<h3> „Die Gehälter sind prinzipiell zu niedrig“</h3>„Die Gehälter im öffentlichen Dienst in sind prinzipiell zu niedrig. Da muss dann wenigsten der tatsächliche Inflationsausgleich drin sein. Auch, weil sich jeder geringere Aufschlag für alle kommenden Jahre als Ausgangsgehalt für den Inflationsausgleich fortsetzt. Deshalb muss jetzt auch Schluss sein mit Einmalzahlungen. Auch die schlagen sich nicht auf das Gehalt als Berechnungsgrundlage nieder“, erläutert er. <BR /><BR />Laut Landeshauptmann Arno Kompatscher habe das Land in den vergangenen 5 Jahren 900 Millionen Euro für Personalverträge bereitgestellt. <h3> Für BÜKV stehen „beträchtliche Summen“ zur Verfügung</h3>Für den BÜKV würden erneut „beträchtliche Summen“ zu Verfügung stehen. „Derzeit liegen 250 Millionen Euro auf dem Tisch. Diese werden wir mit dem Nachtragshaushalt um weitere 100 Millionen Euro ergänzen“, sagt Kompatscher. Voraussetzung sei allerdings, dass diesmal „alles abgearbeitet wird, was vereinbart worden ist“, so Kompatscher. <BR /><BR />Mehr sagt er nicht, bekanntlich gibt es aber seit 2020 eine von den Gewerkschaften mitunterzeichnete Vertragsklausel, ein neues Lohnmodell für das Land auszuarbeiten, bevor Gelder fließen. Aufgrund von Einwänden der Prüfstelle gibt es das Lohnmodell bis heute nicht.<BR /><BR />„Die Summe klingt viel. Man muss die 900 Millionen aber durch 5 dividieren: Im Jahr sind es 180 Millionen für 40.000 Bedienstete. Und das ist bei weitem weniger als die Inflation in den letzten 5 Jahren“, kontert Tschenett.