Laut den Online-Ausgaben der italienischen Tageszeitungen „Il Messagero“ und „La Repubblica“ sind Hunderte auf der Piazza Sant'Andrea Della Valle vor dem Senat vorstellig geworden: Von Bürgermeistern über Juristen bis hin zu einfachen Bürgern.Mit grün-weiß-roten Schleifen, Spruchbändern und Trillerpfeifen sind sie zum „bunten Protest“ angetreten.Die Demonstrationen wandten sich gegen die von Monti Anfang Juli angekündigten Sparmaßnahmen und Zusammenlegungen bei Gemeinden, Provinzen und Gerichten.Laut der Presseagentur Associated Press (AP) wollten sich die Bürgermeister mit dem Senatspräsidenten Renato Schifani und Piero Giarda, Minister für die Beziehungen zum Parlament, treffen.„Spending Review auflösen“„22 Milliarden Euro haben die Gemeinden in den letzten Jahren zur Sanierung des Staates abgetreten – und somit mehr als alle anderen“, so Graziano Delrio, Präsident des Verbandes der italienischen Gemeinden (Anci).Nun sei der Zeitpunkt gekommen, dass die Regierung die Bürgermeister anhöre. Denn die Gemeinden seien nicht nur ein Stück vom Staat, sondern Teil der Republik.Die „Spending“ Review in ihrer aktuellen Form müsse aufgelöst werden, forderte Delrio.Roms Bürgermeister: „Bürger bezahlen viele Steuern und erhalten nicht zufriedenstellende Dienste“Auch der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, hat sich bei den Demonstrationen zum Sparprogramm zu Wort gemeldet.„Wir alle sind hier, um klarzustellen, dass die Gemeinden nicht ein weiteres Mal gedemütigt werden dürfen“, so Roms erster Bürger.Und auch Turins Bürgermeister sprach von „unangemessenen Kürzungen“: Der Gemeindeverwaltung habe man Abzüge aufgedrängt, jedoch gelte dieselbe Strenge nicht für die Regierung.Aussprache ja, weitere Kürzungen neinFür eine Aussprache seien die Bürgermeister offen – doch weitere Kürzungen von Seiten der Regierung werde man nicht akzeptieren, fügte Alemanno hinzu.„Wir können den Bürgern nicht sagen, dass wir Kindergärten schließen und bei öffentlichen Behörden und im Transport kürzen müssen: Die Bürger zahlen jetzt schon hohe Steuern und erhalten dafür unzureichende Dienste“, klagte Roms Bürgermeister.dpa/stol