<b>von Karl Tschurtschenthaler</b><BR /><BR />Letzthin haben sich die Bürgermeister der Gemeinden Ahrntal, Sand in Taufers, Mühlwald und Prettau mit Landesrat Daniel Alfreider und Fachleuten der Bereiche Tiefbau, Straßendienst und Bevölkerungsschutz getroffen. Dabei wurde erörtert, ob die geplante Umfahrung in Sand auch als Hochwasserschutztunnel dienen könnte.<BR /><BR />Bürgermeister Josef Nöckler sieht die Pläne skeptisch. Zum einen brauche Sand dringend die Umfahrung, da das Dorf im Verkehr ersticke, zum anderen brauche es auch schnell Maßnahmen für den Hochwasserschutz. Die Verwirklichung einer Kombi-Lösung werde lange dauern und die Finanzierung sei völlig unklar. „Die Menschen im Dorf brauchen den Umfahrungstunnel“, sagt Nöckler. „Und zwar jetzt.“ Schließlich gebe es ein fertiges Projekt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1098486_image" /></div> <BR /><BR />Die Kombi-Lösung hingegen habe viele Unsicherheiten. Das größte Problem sieht Nöckler in der Rückführung des Wassers in die Ahr über den Tauferer Talboden hinweg. Da müsse man vorab das Einverständnis der Grundbesitzer einholen. Und das dauere. Daher möchte Nöckler den Umfahrungstunnel und den Hochwasserschutz getrennt lösen.<BR /><BR />Sandro Gius, Direktor im Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost, kann der Kombi-Lösung viel abgewinnen, weil Sand mehr Hochwasserschutz brauche. Gleichzeitig sieht er wie Nöckler Probleme bei der Wasserrückführung. „Wir brauchen Überflutungsflächen im Talboden, damit das Wasser verzögert in die Ahr zurückfließt.“<BR /><BR />Gius möchte vorerst die Ergebnisse der vom Land in Auftrag gegebenen Studie abwarten. Diese will klären, ob die Kombi-Lösung überhaupt möglich ist. Sonst müsse man andere Maßnahmen ins Auge fassen: etwa die Vertiefung des Flussbetts der Ahr in Sand, die weitere Erhöhung der Schutzbauten im Dorf und bauliche Vorkehrungen für die Häuser entlang des Flusses.<BR /><BR />Bis zum Frühjahr soll die Studie fertig sein. Dann werden sich die Bürgermeister der 4 Gemeinden wieder mit den Fachleuten des Landes von Bevölkerungsschutz, Straßendienst und Tiefbau sowie Landesrat Alfreider treffen. Für Bürgermeister Josef Nöckler sind es verlorene Monate. Er drängt darauf, dass der geplante Tunnel rasch gebaut wird.