Mittwoch, 13. Oktober 2021

Bürgermeister-Stichwahlen in 65 Gemeinden in Italien

Nach den Kommunalwahlen in 1300 italienischen Gemeinden am 3. und 4. Oktober kommt es am Sonntag und Montag zu Bürgermeister-Stichwahlen in 65 Städten.

In zahlreichen italienischen Gemeinden ird es eine Stichwahl geben.
In zahlreichen italienischen Gemeinden ird es eine Stichwahl geben. - Foto: © ANSA / Stefano Wallisch
Spannende Duelle zeichnen sich in Rom, Turin und Triest ab. In den meisten Kommunen messen sich Mitte-Rechts-Kandidaten mit Rivalen aus den Mitte-Links-Reihen. In Rom sind der Mitte-Rechts-Kandidat Enrico Michetti und sein sozialdemokratischer Herausforderer, Ex-Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri, in die Stichwahl gezogen.
Der Wahlausgang in der 3,5 Millionen-Hauptstadt ist durchaus ungewiss.

Beim ersten Wahlgang hatte Michetti, Spitzenpolitiker der rechten Oppositionspartei Fratelli d'Italia„ (Brüder Italiens), 30 Prozent der Stimmen erobert, sein Rivale Gualtieri 27 Prozent. Die scheidende Bürgermeisterin Virginia Raggi, Spitzenpolitikerin der Fünf Sterne-Bewegung und seit 2016 im Amt, verfehlte die erhoffte Wiederwahl klar.

Noch unklar ist, für wen sich die Wähler entscheiden werden, die beim ersten Wahlgang für Raggi sowie den erfolglosen vierten Kandidaten, Ex-Industrieminister Carlo Calenda, stimmten. Erwartet wird, dass Anhänger von Raggis Fünf Sterne-Bewegung mehrheitlich für den Mitte-Links-Kandidaten Gualtieri stimmen.

In Turin hoffen die Sozialdemokraten der Demokratischen Partei (PD), der drittstärksten Einzelpartei im italienischen Parlament, auf einen Wahlsieg ihres Kandidaten Stefano Lo Russo, der mit 43 Prozent der Stimmen im ersten Durchgang in die Stichwahl eingezogen ist. Die Mitte-Rechts-Parteien schicken Paolo Damilano ins Rennen um den Bürgermeisterposten. Er erhielt beim ersten Wahlgang 38 Prozent der Stimmen. In den vergangenen fünf Jahren ist Turin von der Fünf-Sterne-Bürgermeisterin Chiara Appendino regiert worden. In Triest zieht der Mitte-Rechts-Bürgermeister Roberto Dipiazza in die Stichwahl gegen den Mitte-Links-Kandidaten Francesco Russo.

12 Millionen Italiener waren am 3. und 4. Oktober zu den Kommunalwahlen aufgerufen. Das entspricht circa einem Viertel der Wählerschaft. Die Wahlbeteiligung lag auf ein historisches Tief von 59,7 Prozent. Sie war deutlich niedriger als 2016, als sich 65,9 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten. Die Beteiligung bei den Stichwahlen dürfte noch niedriger ausfallen, sagen Experten voraus.

Auch in Meran wird über das Bürgermeisteramt in einer Stichwahl entschieden: Paul Rösch und Dario Dal Medico lieferten sich ein knappes Rennen bei der Wahl am vergangenen Sonntag.

apa/stol