Sonntag, 15. Dezember 2019

Bürgermeister von Venedig fordert 1,5 Mrd. Euro für Erhalt der Stadt

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, fordert von der Regierung in Rom Finanzierungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren zum Erhalt der Stadt und deren Schutz vor Flutwellen. „Die Stadt hat sich mit großer Würde nach den jüngsten Unwettern aufgerafft. 16,5 Millionen Euro sind zur Behebung der Schäden locker gemacht worden“, sagt der Stadtchef.

Die „Acqua alta“ hatte Mitte November historisches Ausmaß erreicht und nicht nur den Markusplatz überflutet.
Die „Acqua alta“ hatte Mitte November historisches Ausmaß erreicht und nicht nur den Markusplatz überflutet. - Foto: © APA/afp / FILIPPO MONTEFORTE

150 Millionen Euro pro Jahr sind in den nächsten Jahren notwendig, um die Stadt instand zu halten und längerfristig ihren Erhalt zu planen, so Brugnaro im Interview mit der Tageszeitung „Il Gazzettino“ (Sonntagsausgabe). Wichtig sei es, infrastrukturelle Schritte zu ergreifen, um die tiefsten Teile der Stadt vor Überschwemmungen zu schützen. Zugleich sei die Renovierung öffentlicher und privater Gebäude dringend notwendig.

Die italienische Regierung versprach, sich für die rasche Fertigstellung des Dammsystems MOSE, mit dem das Hochwasser in Venedig geregelt werden soll, einzusetzen. Das System aus riesigen mobilen Deich-Modulen, die den Eingang der Lagune von Venedig bei drohendem Hochwasser versperren sollen, hätte bereits 2017 in Betrieb gehen sollen. Vor 2021 werde das MOSE-Dammsystem jedoch nicht eröffnet werden können, sagte Premier Giuseppe Conte.

Am 12. November war das Wasser durch den starken Wind auf 187 Zentimeter über den Meeresspiegel gestiegen. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, damals wurden 194 Zentimeter erreicht, teilte die Kommune mit. Der Markusplatz in der UNESCO-Welterbestadt war vollkommen überflutet.

dpa

Schlagwörter: