<BR />Man sei „irritiert und enttäuscht“ von der Aussage des Landeskommandanten Christoph Schmidt, wonach die Bürgermeister bei der Teilung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland „stumme Nebendarsteller“ geblieben seien und sich nicht zur Wehr gesetzt hätten. Dies sei schlichtweg falsch.<BR /><BR />„Wir haben unmittelbar nach Bekanntwerden der geplanten Änderung reagiert und auf allen Ebenen interveniert“, so die Bürgermeister. Der Widerstand gegen die Wahlrechtsreform habe nicht erst mit der Veranstaltung der Schützen begonnen. <BR /><BR />„Dass wir Bürgermeister unsere Arbeit nicht laufend über soziale Medien verbreiten und mit Protestaktionen begleiten, bedeutet nicht, dass wir untätig waren.“ Es sei inakzeptabel, wenn der Vorwurf kommt, man habe sich der Verantwortung entzogen. <BR /><BR />„Solche Aussagen mögen Rednern Applaus bringen. Sie hinterlassen bei uns jedoch den Eindruck, dass hier auf Kosten jener politisches Kapital geschlagen wird, die sich ebenfalls – und seit Bekanntwerden der Reform – gegen die Teilung des Unterlandes einsetzen.“ Besonders bedenklich sei, dass Bürgermeistern keine Möglichkeit eingeräumt wurde, unmittelbar auf diese Vorwürfe zu antworten. In einem fairen, demokratischen Dialog müsste dies möglich sein. <h3> Bürgermeister fordern Stopp der gegenseitigen Schuldzuweisungen</h3>„Wir brauchen im Unterland und Überetsch keine künstlichen Gräben zwischen Bürgermeistern, Schützen, Vereinen, politischen Vertretern und der Bevölkerung. Wir brauchen keine gegenseitigen Schuldzuweisungen. Und wir brauchen vor allem keine Situation, in der jene gegeneinander ausgespielt werden, die im Grunde dasselbe Ziel verfolgen“, heißt es im Schreiben. <BR /><BR />Zusammenhalt könne nicht nur gefordert werden. Zusammenhalt müsse auch gelebt werden. Wer zur Geschlossenheit aufruft, sollte nicht gleichzeitig jene öffentlich als untätig darstellen, die sich für dieselbe Sache einsetzen.<BR /><BR />Im Unterland und Überetsch war es seit jeher eine Untugend, jemanden zum Zweck der eigenen Profilierung öffentlich „abzuwatschen“. Persönlichkeiten wie Josef Noldin, Josef Fontana und Sepp Kerschbaumer sollten daran erinnern, dass es bei den großen Fragen unserer Heimat nicht um persönliche Eitelkeiten, um Applaus oder um die eigene politische Inszenierung gehen darf. <BR /><BR />„Es geht um Haltung, Verantwortung und darum, auch dann zusammenzustehen, wenn unterschiedliche Menschen und Institutionen unterschiedliche Wege wählen.“ Als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Unterlandes und Überetsch werde man sich weiter mit aller Kraft gegen die Trennung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland einsetzen. „Dabei werden wir das Verbindende über das Trennende stellen und mit allen zusammenarbeiten, die bereit sind, sich gegen diese ungerechte Veränderung einzusetzen.“ <BR /><BR />Denn: „Es geht nicht darum, wer am lautesten schreit. Es geht nicht darum, wer den meisten Applaus erhält. Es geht nicht darum, wer sich am wirkungsvollsten selbst darstellen kann. Es geht um die politische Zukunft und die angemessene Vertretung des Unterlandes und Überetsch. Deshalb sollten wir alle unsere Kräfte bündeln“, so die SVP-Bürgermeister in ihrem offenen Brief an den Landeskommandanten des Schützenbundes.