Donnerstag, 26. Januar 2017

Bundespräsident Van der Bellen: Das sagt Südtirol

Landeshauptmann Arno Kompatscher, der selbst in Wien vor Ort war, teilt voll und ganz die Überlegungen des neuen österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Der Freiheitliche Pius Leitner hingegen fordert auf, Südtirol nicht aus den Augen zu verlieren. Und der Heimatbund erinnert an das "Wahlversprechen doppelte Staatsbürgerschaft".

Alexander Van der Bellen wurde als neuer Bundespräsident Österreichs angelobt.
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Alexander Van der Bellen wurde als neuer Bundespräsident Österreichs angelobt. - Foto: © APA/AFP

Am Donnerstag ist Alexander Van der Bellen vor der Bundesversammlung in Wien feierlich zum Bundespräsidenten angelobt worden (STOL hat berichtet).

Landeshauptmann Arno Kompatscher war der Einladung nach Wien zum feierlichen Festakt gefolgt. „Der neue Bundespräsident Österreichs hat in seiner Rede wichtige Überlegungen geäußert, die ich voll und ganz teile“, sagt der Landeshauptmann.

„Van der Bellens humanistische Werte bestärken mich in meiner Überzeugung, dass wir in der Hofburg auch nach dem Ausscheiden von Heinz Fischer als Bundespräsident einen wohlwollenden und weisen Gesprächspartner haben werden.“

Zeiten von Veränderungen

In Zeiten von Veränderungen, die auch Angst verursachen, sehe der Bundespräsident vor allem in der Zuversicht jene geistige Haltung, die Erneuerung möglich macht. 

Die Zuversicht müsse stets stärker als der Zweifel sein. Und zur Zuversicht könne und müsse man sich als Mensch bewusst entscheiden.

Grundwerte der Demokratie als Fundament

„Bundespräsident Van der Bellen hat in seinen Worten die Grundwerte unserer Demokratie hervorgehoben: Freiheit, Gleichheit, Solidarität und die Würde des Menschen. Diese sollten nach wie vor das Fundament unseres Denken und Handelns bleiben. Damit, so bin ich überzeugt, können wir als Bürger auch den Populismus besser enttarnen“, betont Kompatscher.

Geschätzt habe der Landeshauptmann auch die Aussage „wir sind so stark wie unser Zusammenhalt“.Darüber hinaus teilt der Landeshauptmann mit dem neuen Bundespräsidenten dessen Plädoyer an die Jugend.

„Wir brauchen euren Mut, eure Leidenschaft, eure Ideen, aber auch euren Respekt, euren Widerspruch, eure Talente und last but not least eure Zuversicht“, betonte Van der Bellen. Damit würde es sicherlich gelingen, die Schwierigkeiten des globalen Wandels mit seiner vielfältigen Gesellschaft zu meistern.

Kompatschers Glückwünsche

„Ich wünsche dem neuen Staatsoberhaupt Österreichs alles Gute für seine Aufgabe und freue mich schon darauf, den neuen Bundespräsidenten persönlich zu treffen und mich mit ihm über die weiter wachsende Südtirolautonomie auszutauschen“, erklärt Landeshauptmann Kompatscher.

„Aufgrund von Österreichs Schutzfunktion haben wir immer ein intensives und freundschaftliches Verhältnis mit Österreichs politischer Spitze gepflegt und ich bin zuversichtlich, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.“

Leitner: Südtirol nicht aus den Augen verlieren

„Die Würde des Amtes gebietet es, ihm dazu zu gratulieren, auch wenn ich mir – wie übrigens sehr viele Südtiroler auch – Norbert Hofer (FPÖ) gewünscht hätte. Ich wünsche dem neuen Bundespräsidenten eine glückliche Hand bei der Führung seiner Amtsgeschäfte und dass er auch Südtirol nicht aus den Augen verlieren möge“, betont hingegen der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner. 

Zugleich lobt er die österreichische FPÖ: „Ich hoffe wirklich, dass die FPÖ bei den nächsten Nationalratswahlen stärkste Kraft wird und dass sich in der Südtirolpolitik etwas ändert. Eines muss aber auch klar sein: die Initiative muss von Südtirol ausgehen!“

SHB erinnert an doppelte Staatsbürgerschaft

Der Südtiroler Heimatbund (SHB) freut sich mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen über dessen Angelobung und wünscht ihm auf diesen Weg stets ein gutes und glückliches Händchen in all seinen Entscheidungen, die in den nächsten sechs Jahren als Bundespräsident auf ihn zukommen werden, so Obmann Roland Lang.

Außerdem wollen wir Bundespräsident Van der Bellen an sein Wahlversprechen erinnern, in dem er sich für die doppelte Staatsbürgerschaft der Südtiroler ausgesprochen hat. Und da er ein Tiroler ist, hoffen wir, dass seine Worte nicht Schall und Rauch sind, sondern Handschlagqualität haben, so der SHB.

„Ganz anders als Trump“

Viel Lob gibt es hingegen von den Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba. Ganz anders als der neue US-Präsident Trump vor einer Woche habe sich Van der Bellen an alle in Österreich lebenden Menschen, auch an seine Gegner, gewandt, ihre Einbindung versprochen und an ihre Mitwirkung appelliert.   

„Das neue Staatsoberhaupt der Republik Österreich hat bereits mit seiner Eröffnungsrede Maßstäbe gesetzt und die Einheit Österreichs überzeugend in den Vordergrund gestellt,“ so die Grünen.  

Die vom Präsidenten angesprochene Aufgabe Österreichs als Brückenbauer in Europa werde auch Südtirol zugute kommen, das in Van der Bellen einen kundigen und beredten Fürsprecher in der Republik selbst und in Europa haben wird, sind sich die Grünen sicher.  

stol

stol