Voraussetzung sei, dass sich Camerons konservative Tories bei den Parlamentswahlen 2015 erneut durchsetzen. Dies kündigte der Premier in seiner lange erwarteten Grundsatzrede zu Europa am Mittwoch in London an.„Es ist Zeit, dass das britische Volk abstimmen kann. Es ist Zeit, dass wir diese Frage zu Großbritannien und Europa lösen.“Unumstößliche EntscheidungCameron machte deutlich, dass die dann zu fällende Entscheidung unumstößlich sein wird. „Es ist ein einfaches Ticket, keine Rückfahrkarte.“ Erst ab Mai 2015 sollen die Neuverhandlung der britischen EU-Mitgliedschaft starten.Sollte jedoch – wie es zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrscheinlicher erscheint – die Labour-Opposition gewinnen, wird das Referendum sicher wieder abgesagt. Bereits jetzt erklärte Labour, sie halte das Vorgehen des amtierenden Premiers für ein Glücksspiel.Die EU stehe vor großen Herausforderungen, warnte der konservative Politiker: Die Probleme der Eurozone und deren Auswirkungen auf alle EU-Staaten, eine Krise der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit sowie eine wachsende Frustration durch eine immer größere Entfernung der EU von den Bürgen.Dadurch „besteht die Gefahr, dass Europa scheitern wird und die Briten Richtung Ausstieg driften“. Dies wolle er nicht, sagte der unter dem Druck des europakritischen rechten Flügels seiner Partei stehende Cameron. „Ich will, dass die Europäische Union ein Erfolg ist.“Beziehung zu EU neu definierenDazu müsse sich aber die Beziehung zwischen Großbritannien und der EU grundlegend ändern, weil „die Desillusionierung der Öffentlichkeit über die EU ein Allzeithoch erreicht hat“.Die Entscheidung über einen EU-Austritt solle nicht inmitten der aktuellen Krise, sondern erst nach Neuverhandlung des britischen Mitgliedschaft getroffen werden, erläuterte Cameron.„Es ist falsch, die Menschen nach dem Bleiben oder dem Aussteigen zu fragen, bevor wir die Möglichkeit hatten, die Beziehung in Ordnung zu bringen.“Der Premier warnte vor den Folgen eines Austritts, da Großbritannien auch dann weiterhin von den Folgen der EU-Entscheidungen betroffen sei, sie aber nicht mehr beeinflussen könne.Für ihn stehe ein funktionierender europäischer Binnenmarkt im Zentrum des Interesses, nicht eine sich immer weiter vertiefende politische Union, sagte Cameron.Die EU müsse flexibler und wettbewerbsfähiger werden. „Wir brauchen eine Struktur, die die Unterschiedlichkeit der Mitgliedsstaaten widerspiegelt“, so der Premierminister.Dafür will Cameron auch Befugnisse zurück in die Hauptstädte holen: „Wir können nicht alles harmonisieren.“ Der Premier will zudem sicherstellen, dass Nicht-Euro-Länder nicht durch Reformprozesse der Eurozone benachteiligt werden.Auch eine stärkere Rolle nationaler Parlamente forderte Cameron.apa/dpa/afp/feuters