In Mecklenburg-Vorpommern landet die AfD laut Hochrechnungen auf Platz eins mit 37,1 bis 37,8 Prozent (2021: 16,7) und ist damit zum dritten Mal nach Thüringen und Sachsen-Anhalt stärkste Kraft in einem Bundesland. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 35,6 bis 36,3 Prozent (39,6). Die Linke fällt auf 6,2 bis 7,4 Prozent (9,9). Die CDU rutscht ab auf 5,1 bis 5,4 Prozent (13,3) und könnte an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Auch die Grünen müssen mit 5,5 Prozent (6,3) um den Einzug ins Parlament bangen, ebenso das BSW mit 4,8 bis 5 Prozent. Die FDP fliegt mit 1 bis 1,1 Prozent (5,8) raus.<BR /><BR />In Berlin sackt die CDU ab auf 20 Prozent (2023: 28,2). Ihr bisheriger Koalitionspartner SPD verliert ebenfalls und landet bei 12 Prozent (18,4) – ihr schlechtestes Ergebnis in dem Stadtstaat seit 1990. Sehr stark zulegen kann dagegen die Linke und kommt auf 24,8 bis 25,8 Prozent (12,2). Die Grünen sacken leicht ab auf 15 bis 15,4 Prozent (18,4). Die AfD verbessert sich auf 13,8 bis 15,7 Prozent (9,1). Das BSW könnte mit 5 Prozent die Sperrklausel überwinden.<BR /><BR />Die Wahlbeteiligung liegt den Zahlen zufolge in Mecklenburg-Vorpommern bei 75,5 bis 79 Prozent (2021: 70,8), in Berlin bei 72 bis 75 Prozent (2023: 63). Im Nordosten waren etwa 1,3 Millionen Menschen wahlberechtigt, in der Hauptstadt rund 2,5 Millionen.<BR /><BR /><b>Spekulation über Zukunft des Kanzlers</b><BR /><BR />Die Bundesregierung aus Union und SPD dürfte angesichts der Zahlen unter Druck bleiben. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen, begleitet von einem haushohen AfD-Sieg, hatte Merz zuletzt in die Enge getrieben. Tagelang wurde auch in der Union spekuliert, ob er sich als Kanzler halten kann.<BR /><BR />Merz will trotz der schlechten Ergebnisse seiner Partei im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs seiner schwarz-roten Regierung fortsetzen. „Ich möchte unser Land voranbringen“, sagte der CDU-Vorsitzende am Sonntag kurz nach 18 Uhr in Berlin. „Die Reformen müssen kommen.“<BR /><BR />Kann Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern weiterregieren?<BR />In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD zwar vorn, hat aber keine echte Machtoption. Die im Landtag vertretenen Parteien hatten eine Koalition mit der AfD vor der Wahl ausgeschlossen. Dennoch sagte AfD-Bundeschef Tino Chrupalla, seine Partei habe klar den Regierungsauftrag. Zudem forderte er Kanzler Merz zum Rücktritt auf.<BR />Ministerpräsidentin Schwesig will nach eigenen Worten weiterregieren. „Wir haben von Anfang an daran geglaubt, dass es möglich ist, der in Ostdeutschland und in ganz Deutschland sehr erstarkten AfD etwas entgegenzusetzen“, sagte die SPD-Spitzenkandidatin.<BR /><BR />Ob die bisherige Regierungskoalition aus SPD und Linke unter Schwesig weiter eine Mehrheit hat, ist aber noch unklar. Wenn die Grünen im Landtag bleiben, wäre ein rot-rot-grünes Dreierbündnis eine Alternative. Sollten die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte eine rot-rote Minderheitsregierung auf Stimmen aus der CDU angewiesen sein – wenn die Partei ins Parlament einzieht.<BR /><BR /><b>Berlin: Keine Zweier-Koalition</b><BR /><BR />In Berlin dürfte keine Zweier-Koalition auf eine Mehrheit kommen, auch nicht das regierende Bündnis aus CDU und SPD. Als wahrscheinliche Option gilt nun eine Dreier-Koalition aus Linken, Grünen und SPD. Die AfD bleibt, anders als in Sachsen-Anhalt, bei der Regierungsbildung außen vor, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußen-Partei ablehnen.<BR /><BR />Wenn die Linke mit ihrer Spitzenfrau Eralp am Ende vorn bleibt, könnte die Hauptstadt erstmals seit der Wiedervereinigung sozialistisch regiert werden – so wie auch Paris und New York. Die 45-jährige Eralp stand bis zum Wahlkampf als Vize-Fraktionschefin eher in der zweiten Reihe. Die zweifache Mutter warb damit, „Miet-Abzocke“ zu stoppen und Berlin „wieder bezahlbar“ zu machen. Die Juristin muss sich aber auch mit Vorwürfen auseinandersetzen, dass es in ihrer Partei inzwischen viele offen antisemitische Palästina-Aktivisten gibt.