Die irische EU-Ratspräsidentschaft kündigte am Samstag via X eine Videokonferenz zu den „Entwicklungen in Ceuta“ an. Die Sondersitzung hatten Staats- und Regierungschefs von 22 EU-Mitgliedstaaten in einem Brief sowie Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez in einem separaten Schreiben gefordert.<BR /><BR />Am Montag kommen die Botschafter der EU-Staaten zusammen, um die Entwicklungen zu bewerten und die weitere Koordinierung zu erleichtern.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1342707_image" /></div> <BR />Italien und Dänemark initiierten eine gemeinsame Initiative für ein koordiniertes europäisches Vorgehen. In einem Schreiben, das die dänische Regierung veröffentlichte, fordern 22 Staats- und Regierungschefs die rasche Einberufung einer außerordentlichen Videokonferenz der EU-Innenminister. <BR /><BR />Der Brief richtet sich an EU-Ratspräsident António Costa, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie den irischen Regierungschef Micheál Martin, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat.<h3> „Niemand hat Grenze zum EU-Festland überschritten“</h3>EU-Migrationskommissar Magnus Brunner versicherte nach einem Telefonat mit Spaniens Außenminister José Manuel Albares: „Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten.“ Nach Albares Angaben sind nahezu alle der mindestens 50.000 irregulär eingereisten Menschen von Ceuta nach Marokko zurückgekehrt. Mindestens 57 Menschen waren beim Überqueren der Grenze nach Ceuta übers Meer ums Leben gekommen.<BR /><BR />Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hatte in einem separaten Schreiben an die Spitzen der europäischen Institutionen ebenfalls eine Sondersitzung der EU-Innenminister gefordert. Angesichts der europäischen Kritik am Umgang seines Landes mit der Migrationskrise in Ceuta warf Sánchez einigen Mitgliedstaaten eine „egoistische“ und „rechtswidrige“ Reaktion vor. Drohungen anderer Länder mit einem Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum bezeichnete er als „demagogisch“.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1342710_image" /></div> <BR /><BR />Auslöser des Streits war die Ankunft Zehntausender Migranten in Ceuta, das an Marokko grenzt. Seit Wochenbeginn waren bis zu 60.000 Menschen von Marokko auf dem Land- oder Seeweg in das Gebiet gekommen, wie der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte. Mindestens 67 Migranten kamen nach Angaben der spanischen Regierung auf dem Weg nach Ceuta ums Leben. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kehrte mittlerweile „fast die Gesamtheit“ der angekommenen Migranten nach Marokko zurück.