Mittwoch, 21. Februar 2018

Chaos in Südtirols PD

Elf Tage vor den Parlamentswahlen am 4. März hat sich der Partito Democratico (PD) in Südtirol gespalten. Der Südtiroler Landtagspräsident Roberto Bizzo und weitere 13 Mitglieder des PD-Gremiums in Südtirol haben am Mittwoch den Austritt aus der Partei angekündigt.

Landtagspräsident Roberto Bizzo (im Bild) und weitere 13 Mitglieder des PD-Gremiums in Südtirol haben am Mittwoch den Austritt aus der Partei angekündigt.
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Landtagspräsident Roberto Bizzo (im Bild) und weitere 13 Mitglieder des PD-Gremiums in Südtirol haben am Mittwoch den Austritt aus der Partei angekündigt. - Foto: © STOL

Bei einer Pressekonferenz in Bozen wurde die von der PD in Rom aufgezwungene Kandidatur der PD/SVP-Kandidatin Maria Elena Boschi, Staatssekretärin und Ex-Reformenministerin, sowie von Staatssekretär Gianclaudio Bressa im Wahlkreis Bozen-Unterland kritisiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Dabei handelt es sich um zwei Vertrauensleute Renzis, denen der PD-Chef einen sicheren Wahlkreis zugespielt hat. Der Ausschuss der Südtiroler Volkspartei hatte am 15. Jänner einem territorialen Abkommen mit dem PD zugestimmt, wonach das Vorschlagsrecht für den mehrheitlich italienischsprachigen Wahlkreis Bozen bei der PD liege.

Boschis Kandidatur sorgte für Kritik

Boschis Kandidatur für die Abgeordnetenkammer stieß auf heftige Kritik. Die 37-jährige PD-Politikerin hatte 2014 behauptet, die Sonderautonomien seien in Italien abzuschaffen. Später versicherte sie, dass sie damit nicht die Südtirol-Autonomie gemeint habe.

Renzis PD dürfte laut Umfragen bei den Parlamentswahlen auf rund 22 Prozent der Stimmen kommen. Die Mitte-Links-Koalition, der die PD und die SVP angehören, dürften 27 Prozent der Stimmen erhalten. Das liegt unter den 36 Prozent, mit denen laut Umfragen die Mitte-Rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi die Wahlen gewinnen soll.

apa/stol

stol