Donnerstag, 10. Januar 2019

China sieht „historische Chance” für Einigung in Korea

Chinas Präsident Xi Jinping sieht eine „seltene historische Chance” für eine Einigung auf der koreanischen Halbinsel. Er habe gegenüber Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei dessen Besuch in Peking diese Woche die Hoffnung ausgedrückt, Kim und US-Präsident Donald Trump würden bei einem möglichen zweiten Gipfeltreffen aufeinander zugehen, berichtete die chinesische Agentur Xinhua am Donnerstag.

Kim zu Besuch bei Xi. - Foto: APA (AFP)
Kim zu Besuch bei Xi. - Foto: APA (AFP)

Kim versprach demnach, sein Land werde sich darum bemühen, „Ergebnisse zu erzielen, die von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werden”. Kim war Anfang der Woche zu einem mehrtägigen Besuch in China eingetroffen. Nach Einschätzung von Experten diente die Reise dazu, sich vor dem geplanten nächsten Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump mit der chinesischen Führung abzustimmen.

Nordkorea ist international weitgehend isoliert. China ist der engste Verbündete Pjöngjangs und ein wichtiger Akteur in den Verhandlungen über die atomare Abrüstung in Nordkorea. China sei bereit eine „positive und konstruktive Rolle” bei der Denuklearisierung der Halbinsel zu spielen, sagte Xi.

Die Verhandlungen über die Denuklearisierung Nordkoreas waren zuletzt ins Stocken geraten. Nach Angaben von US-Präsident Trump beraten Pjöngjang und Washington nach dem historischen Gipfel im vergangenen Juni in Singapur derzeit über ein zweites Treffen. Zuletzt hatte Kim in seiner Neujahrsansprache mit einer Kursänderung gedroht, sollten die USA die Strafmaßnahmen gegen sein Land aufrecht halten.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in rief indes die USA und Nordkorea auf, stärker aufeinander zuzugehen. Nordkorea müsse „energischere Schritte zur Denuklearisierung” unternehmen, wenn es das Problem der internationalen Sanktionen lösen wolle, sagte Moon in Seoul. Die USA müssten ihrerseits „entsprechende Maßnahmen” ergreifen, die eine Abrüstung Nordkoreas unterstützten. Beide Seiten wüssten, was sie tun müssten. Zwischen beiden Ländern herrsche seit Jahrzehnten Misstrauen und Feindseligkeit, sagte Moon. „Ich denke, dass ist auch der Grund, warum das zweite Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea bis heute hinausgezögert wurde.”

Moon erklärte jedoch, der nächste Gipfel zwischen Trump und Kim scheine kurz bevorzustehen. Als Anzeichen dafür führte er auch den überraschenden Besuch Kims in China und dessen Gespräche mit Xi an.

apa/ag.

stol