Außenminister Yang Jiechi äußerte sich zwar am Dienstag weiter skeptisch über die von den USA und EU-Staaten geforderten Sanktionen. „Chinas Sorgen wegen der gegenwärtigen Lage haben zugenommen“, erklärte er jedoch nach einem Treffen mit dem britischen Außenminister David Miliband in Peking. Unter den fünf Ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates ist China bisher das Land, das am stärksten auf einer rein diplomatischen Lösung beharrt. Der Iran ist der drittgrößte Öllieferant des bevölkerungsreichsten Landes der Erde.Der Streit über das iranische Atomprogramm könne nicht durch Sanktionen gelöst werden, betonte Yang und wiederholte die Forderung seiner Regierung nach einer diplomatischen Lösung. Eine ausdrückliche Ablehnung von Sanktionen sprach er jedoch nicht aus. Milliband wies auf die zunehmenden Sorgen Chinas hin und sprach von dem gemeinsamen Ziel, den Iran zur Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen zu bewegen.China spielt als Ständiges Mitglied im Sicherheitsrat mit seinem Vetorecht eine entscheidende Rolle bei etwaigen Beschlüssen zum Iran. Die drei westlichen Staaten im Rat - die USA, Großbritannien und Frankreich - befürworten weitere Sanktionen, um die Regierung in Teheran zum Einlenken zu bewegen. Russland zeigt sich ähnlich wie China kritisch zu Sanktionen. Am Montag erklärte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Iran habe alle konstruktiven Angebote für eine Lösung des Streits ausgeschlagen. Nun sei die Zeit für Sanktionen gekommen.Allerdings ist der Iran ein wichtiger Handelspartner für die Regierung in Peking. Der Iran deckte 2009 etwa elf Prozent des chinesischen Ölbedarfs und war damit der drittgrößte Lieferant nach Angola und Saudi-Arabien. China hat die bisherigen Iran-Resolutionen zwar mitgetragen, sich aber zuvor gegen Passagen gestemmt, die die chinesische Energieversorgung oder Investitionen betreffen könnten. In der Regel enthält sich China bei unbeliebten Entscheidungen im Sicherheitsrat der Stimme statt sein Veto einzulegen. Insbesondere versucht die Regierung in Peking zu vermeiden, als einziges der fünf Staaten einen Entwurf abzulehnen.Die Regierung in Teheran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Nuklearwaffen anzustreben. Das Land weist dies zurück, verweigert aber umfassende internationale Kontrollen seiner Atomanlagen.apa/reuters