Mittwoch, 17. Juni 2020

Conte arbeitet an Plan „Recovery Italia“

Die italienische Regierung arbeitet an einem Plan „Recovery Italia“. Dabei handle es sich um ein gezieltes Programm zur Förderung des Wirtschaftswachstums, das mithilfe des von der EU finanzierten „Recovery Fund“ umgesetzt werden soll, sagte Premier Giuseppe Conte vor der Abgeordnetenkammer am Mittwoch in Rom.

Die Regierung Conte arbeitet aktuell an umfassenden Reformen.
Die Regierung Conte arbeitet aktuell an umfassenden Reformen. - Foto: © ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI BT
„Wir haben die Pflicht und die Verantwortung, effiziente Antworten auf die Krise zu finden. Wir erleben die akuteste Krise der letzten 70 Jahre“, sagte der Premier. Er sei sich bewusst, dass Italien erst in den nächsten Monaten in vollem Ausmaß die Auswirkungen der Coronaviruskrise zu spüren bekommen wird.

Conte schloss nicht aus, dass sein Kabinett im Herbst zur Ergreifung weiterer Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft gezwungen sein werde. Italien habe beispiellose Ressourcen locker gemacht, um den Neustart der Wirtschaft zu ermöglichen. „Mit der Coronavirus-Epidemie hat Italien einen beispiellosen Schock erlebt. Wir können nicht zum Status quo zurückkehren wie vor der Krise. Seit über 20 Jahren hat Italien Probleme, Schritt mit dem Wachstum anderer EU-Länder zu halten. Dies muss sich ändern“, sagte Conte vor der Abgeordnetenkammer.

Zu den Reformen, an denen die Regierung arbeite, zähle die Förderung umweltfreundlicher Energien, eine Steuerreform sowie eine stärkere Verbreitung digitaler Zahlungssysteme. Die Regierung bemühe sich um die Umsetzung eines sogenannten „Cashless-Plans“, mit dem elektronischer Zahlungsverkehr immer häufiger verwendet werden soll.

Der Handelsverband Confesercenti betonte, dass sich die Lockdown-Maßnahmen dramatisch auf Handel, Tourismus und den Dienstleistungsbereich ausgewirkt haben. Den Rückgang im Konsum bezifferte Confesercenti zwischen 91 Milliarden Euro und 110 Milliarden Euro. Der Präsident des Handelsverbands Confcommercio, Carlo Sangalli, warnte, dass bis zu einer Million Jobs im Handel wegfallen könnten, sollte der Konsum nicht wieder steigen. 270.000 Betriebe seien gefährdet.

apa

Schlagwörter: