Samstag, 28. März 2020

Conte fordert Wiederaufbauplan für Europa

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte hat in drastischen Worten einen außerordentlichen Wiederaufbauplan für das von der Coronakrise getroffene Europa gefordert.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.
Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte. - Foto: © Palazzo Chigi press office / HANDOUT
Sollte die EU nicht sofort Maßnahmen ergreifen, müssten die nächsten Generationen die „immensen Kosten einer zerstörten Wirtschaft“ tragen, sagte Conte der Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ (Samstagsausgabe).

In Anspielung auf den Marshall-Plan der USA nach dem Zweiten Weltkrieg (offiziell „European Recovery Program“) sprach sich Conte für die Ausgabe von „European Recovery Bonds“ aus, die den Wiederaufbau des sozialen und wirtschaftlichen Netzes in Europa finanzieren sollen.

Italien, Spanien und Frankreich fordern gemeinsame Schuldeninstrumente

Italien allein werde 50 Milliarden Euro für seine Wirtschaft locker machen.
Gemeinsam mit mehreren anderen EU-Staaten, darunter Frankreich und Spanien, drängt Italien auf gemeinsame europäische Schuldeninstrumente zur Bewältigung der Krise. Länder wie Deutschland und Österreich lehnen aber die sogenannten „Corona-Bonds“ ab, weswegen es in dieser Frage beim per Videokonferenz ausgetragenen EU-Gipfel am Donnerstag keine Einigung gegeben hat.

Conte erklärte diesbezüglich, dass der Austausch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel „hart und offen“ gewesen sei. „Ich vertrete eine stark leidende nationale Gemeinschaft und kann keine Verzögerungen erdulden. In Italien, sowie in anderen EU-Mitgliedsstaaten müssen wir tragische Entscheidungen ergreifen. Wir müssen jedoch zugleich verhindern, dass Europa tragische Fehler begeht. Sollte Europa nicht in der Lage sein, dieser epochalen Herausforderung Stand zu halten, würde Europa vor Augen unserer Bürger seine Existenzberechtigung verlieren“, sagte Conte.

Italien europaweit am stärksten von Corona betroffen


Italien ist europaweit das stärkste von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land. Insgesamt gibt es 86.498 bestätigte Coronavirus-Infektionen. 9.134 Menschen sind seit Beginn der Epidemie am 20. Februar an Covid-19 gestorben, fast drei Mal so viele wie im Coronavirus-Epizentrum China. 10.950 Patienten sind inzwischen genesen.

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apa

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