Dienstag, 05. Mai 2020

Conte für mehr Frauen als Krisenmanager

Nach lauter Kritik hat Ministerpräsident Giuseppe Conte mehr Frauen im Beratergremium der Regierung in der Corona-Krise versprochen. Bei der Zusammensetzung des technisch-wissenschaftlichen Komitees sollten Frauen mehr berücksichtigt werden, sagte Conte am Montagabend. In der Gruppe sind bisher rund 20 Männer und keine Frau.

Ministerpräsident Conte will mehr Frauen in sein Expertengremium aufnehmen.
Ministerpräsident Conte will mehr Frauen in sein Expertengremium aufnehmen. - Foto: © ANSA / CHIGI PALACE
Wissenschaftlerinnen kritisierten öffentlich, dass die Anliegen und Probleme von Frauen in der derzeitigen Krise nicht beachtet würden. Sie würden vor allem die negativen Folgen auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Kinderbetreuung zu spüren bekommen, sagte die Molekularbiologin Valeria Poli am Dienstag vor Auslandsjournalisten in Rom. „Es passiert schon jetzt, dass viele Frauen nicht zur Arbeit zurückkehren oder eher ihren Job verlieren als Männer.“

Das liege auch daran, dass sie schon jetzt weniger verdienten und daher eher zurücksteckten. Eines der Probleme in Italien ist, dass Schulen und Kindergärten wegen Corona bis September nicht öffnen und es keine Kinderbetreuung gibt.

Die Tatsache, dass Länder, die von Frauen geführt werden, scheinbar besser durch die Krise kommen, sei nicht nur auf einen anderen Führungsstil zurückzuführen. „Es muss nicht unbedingt sein, dass Frauen bessere Führungskräfte sind“, sagte Poli. Vielmehr bedeute es, dass ein Land, in dem Frauen an die Macht kommen können, gesellschaftlich fortschrittlicher und daher besser für Krisen gewappnet sei.

dpa/stol

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