Sonntag, 18. Oktober 2020

Conte: „Menschen sind müde – Maßnahmen müssen gut überlegt sein“

In Rom geht es momentan heiß her. Angesichts der exponentiell ansteigenden Corona-Infektionszahlen berät die Regierung über neue Maßnahmen zu deren Eindämmung. Während vor allem Gesundheitsminister Roberto Speranza und die Vertreter des PD hart durchgreifen wollen, versucht Ministerpräsident Giuseppe Conte zu bremsen, denn: „Die Situation ist nicht dieselbe wie im März“.

Schwere Stunden für Italiens Premier Giuseppe Conte.
Schwere Stunden für Italiens Premier Giuseppe Conte. - Foto: © APA (AFP) / JOHANNA GERON
Bereits am Sonntagabend wird ein neues Dekret erwartet, in dem weitere Maßnahmen zur möglichst raschen Eindämmung der Neuinfektionen festgelegt sind. Welche dies jedoch sein werden, darüber scheiden sich die Geister. Die Verhandlungen gestalten sich laut Medienberichten äußerst schwierig.

„Die Infektionszahlen werden auch in den kommenden Tagen weiter steigen. Wir befinden uns in einer neuen Phase und müssen uns den Herausforderungen stellen“: so der allgemeine Tenor in der italienischen Regierung. Italien sei dabei das einzige Land in Europa, das auf der Basis eines vom Gesundheitsministeriums ausgearbeiteten und mit den Regionen geteilten Plans handle.

Geht es nun aber um die konkreten Maßnahmen, welche in den kommenden Stunden festgelegt werden sollen, so stößt Gesundheitsminister Roberto Speranza durchaus auf Gegenwind – vor allem von Premierminister Giuseppe Conte. „Die Situation ist nicht dieselbe wie jene im März. Die Menschen sind müde und ausgelaugt. Erlassen wir also zu strenge Verbote, so besteht die Gefahr von sozialen Unruhen“, so der Ministerpräsident.

Trotz unterschiedlicher Ansichtsweisen: Eine Entscheidung soll in Kürze fallen.

stol