Montag, 30. Dezember 2019

Conte sieht für sich „keine Zukunft ohne Politik“

Der italienischer Premier Giuseppe Conte will auch nach Ende seiner Amtszeit als Regierungschef in der Politik aktiv bleiben. „Nach diesem intensiven Engagement sehe ich für mich keine Zukunft ohne Politik“, sagte der parteilose Premier, der seit Juni 2018 als Regierungschef im Einsatz ist, im Gespräch mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Montagsausgabe).

Ministerpräsident Giuseppe Conte will auch in Zukunft politisch tätig sein.
Ministerpräsident Giuseppe Conte will auch in Zukunft politisch tätig sein. - Foto: © ANSA / GIUSEPPE LAMI

„Politik zu betreiben heißt nicht nur, eine Partei zu gründen, diese zu führen, oder sich an Wahlkämpfen zu beteiligen. Es gibt tausend Wege, um am politischen Leben teilzunehmen und einen eigenen Beitrag für das Land zu leisten“, sagte Conte.

Der 55-jährige Anwalt hatte keinerlei politische Erfahrung, als er im Juni 2018 zum Premier einer Regierung aus der populistischen Fünf Sterne-Bewegung und der rechten Lega ernannt worden war. Bei seiner Vereidigung betonte er, dass er ein „Anwalt des italienischen Volkes“ sein wolle.

Seit vergangenem September führt er sein zweites Kabinett aus Sozialdemokraten und Fünf-Sterne-Bewegung. Conte gelang es damals, den auf rasche Neuwahlen und den Posten des Regierungschefs spitzenden Lega-Chef Matteo Salvini auszubremsen. Bei seinem Amtsantritt als Leichtgewicht belächelt und wegen eines geschönten Lebenslaufs kritisiert, zählt Conte mittlerweile zu den beliebtesten Politikern des Landes.

Bei seiner Pressekonferenz zum Jahresende am Samstag hatte Conte erklärt, dass er bis zur nächsten Parlamentswahl im Amt bleiben wolle. Diese steht regulär erst im Frühjahr 2023 bevor. Für die kommenden drei Jahre kündigte Conte einen „Marathonlauf“ und politische Initiativen zur Verbesserung der Verwaltung, des Rechtswesens und der Infrastruktur an. Conte kündigte für Anfang Jänner ein Gipfeltreffen der beiden Koalitionsparteien an. Dabei soll der Zeitplan für die Umsetzung der Reformen bis Ende der Legislaturperiode entworfen werden.

apa