Donnerstag, 19. März 2020

Conte will Ausgangssperre verlängern

Premier Giuseppe Conte hält eine Verlängerung der restriktiven Maßnahmen zur Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie in seinem Land für unvermeidbar. Auch nachdem die Epidemie den Höhepunkt erreicht haben und die Zahl der Infektionen zurückgehen wird, werde Italien nicht sofort zum normalen Leben zurückkehren können.

Eine Verlängerung der Ausgangssperre sei unvermeidlich, so Premierminister Giuseppe Conte.
Eine Verlängerung der Ausgangssperre sei unvermeidlich, so Premierminister Giuseppe Conte. - Foto: © ANSA / CHIGI PALACE
„Es ist offenkundig, dass die ergriffenen Maßnahmen verlängert werden müssen“, meinte der Premier im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Donnerstagsausgabe).

Er drohte mit schweren Strafen für jene, die gegen die Ausgangssperre verstoßen. Conte erklärte sich mit den Bürgermeistern der italienischen Gemeinden solidarisch, die Parks zugeschlossen haben, um zu verhindern, dass sich zu viele Menschen im Freien aufhalten.

Parks und Grünflächen geschlossen

So schränkte die Emilia Romagna im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie Aktivitäten im Freien ein. Alle Parks und Grünflächen in der Region wurden geschlossen. Radfahren ist lediglich zum Erreichen des Arbeitsplatzes, oder zum Einkaufen erlaubt. Beim Joggen und Spaziergehen mit Hunden müssen die Bürger unweit des eigenen Wohnorts bleiben.

Die beschlossenen Maßnahmen gelten bis 3. April. Damit will die Emilia Romagna, die nach der Lombardei von der Epidemie am stärksten betroffenen Region Italiens, verhindern, dass sich zu viele Menschen trotz Ausgangssperre im Freien aufhalten. Ähnliche Maßnahmen könnten auch andere Regionen, darunter die Lombardei, bald ergreifen, berichteten italienische Medien.

Auch in Bozen und Meran wurden Parks und Grünanlagen geschlossen.

Die zusätzlichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit gelten laut den italienischen Gesundheitsbehörden als Notwendigkeit, nachdem am Mittwoch die Bilanz der Coronavirus-Todesopfer an einem Tag um 475 auf fast 3000 Tote gestiegen ist. Noch nie war einem einzigen Tage der Zahl der Gestorbenen so stark gestiegen.

„Wir verheimlichen den Bürgern nichts“

Die Regierung handle mit voller Transparenz, erklärt Conte: „Wir verheimlichen den Bürgern nichts. Wer dies in anderen Ländern tut, wird es bitter bereuen. Wir handeln zugleich mit höchster Strenge. Wir haben nichts unterschätzt und wir handeln als würde das schlimmste Szenario eintreten.“

Der parteilose Premier kündigte an, dass seine Regierung an einem weiteren Wirtschaftspaket arbeite, das in circa 2 Wochen vorgestellt werden soll. Ziel sei es, mehrere Milliarden für öffentliche Investitionen locker zu machen. Damit solle das italienische Straßen- und Bahnnetz modernisiert und Infrastrukturen errichtet werden, auf die Italien „seit Jahrzehnten“ wartet. Damit soll die Wirtschaft wieder in Bewegung kommen.

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apa

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