Freitag, 27. Mai 2016

Cornelia Brugger sagt dem PD laut "Ciao"

Die Brunecker Gemeinderätin der Demokratischen Partei, Cornelia Brugger, die bei den Landtagswahlen 2013 auch als deutschsprachige Spitzenkandidatin für den PD angetreten war, fühlt sich in der Partei nicht mehr „zuhause“ - und verlässt sie deshalb.

Cornelia Brugger hat keine Lust mehr auf den PD und seine Streitigkeiten.
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Cornelia Brugger hat keine Lust mehr auf den PD und seine Streitigkeiten. - Foto: © D

„Das Scheitern der Partei, als eine politische Kraft für alle Sprachgruppen aufzutreten, und die Distanz zu den Positionen der Partei auf nationaler sowie auch auf lokaler Ebene, haben mich dazu gezwungen, diese Partei zu verlassen“, liest man am Beginn von Cornelia Bruggers Aussendung, die sie am Freitag den Medien zukommen ließ.

PD wird immer enger und kälter

Der Gedanke „ihre“ Partei zu verlassen, hat Brugger wohl bereits des Längeren beschäftigt, sie schreibt von einer längeren Reflexionsphase. Sie sehe weder ihre Person, noch ihre Ideale vertreten, das „Demokratische“ Haus, so Brugger im poetischen Tonfall weiter, es sei immer enger und kälter geworden.

Harsche Kritik an Nichtberücksichtigung der deutschen Sprachgruppe

In ihrem Schreiben kritisiert die Brunecker Gemeinderätin vor allem die fehlende Miteinbeziehung der deutschsprachigen Bevölkerung in den PD: „Leider ist das nicht passiert“, steht da.

Mit Blick auf die Landtagswahlen von 2013 meint sie weiter: „Man hat feststellen können, dass es einfach ein Manöver war, um eine deutschsprachige Frau auf der Parteiliste des PD zu haben. Innerhalb der Partei gab es nicht genügend Kraft ein Projekt umzusetzen, das nicht nur der italienischen Sprachgruppe gewidmet war, sondern sich in ganz Südtirol festlegt und mit unterschiedlichen Welten und Milieus  auseinandersetzt.“

Innerparteiliche Auseinandersetzungen

Die ehemalige Landtagskandidatin kritisiert zudem, dass innerparteiliche Logiken und Auseinandersetzungen, die bereits die historische Wählerbasis zunichte gemacht hätten, im PD im Übergewicht seien.

Auch der Bozner PD bekommt sein Fett ab

Ihre Kritik münzt sie auch auf die Bozner Gemeinderatswahlen von 2016, bei der auf der PD-Liste nur italienischsprachige Kandidaten angetreten waren. Doch nicht nur die „ethnische Schieflage“, auch die ideologische ist ihr ein Dorn im Auge.

Der PD, so schreibt sie, befinde sich sowohl lokal, als auch national nicht mehr im politischen Mitte-Links-Spektrum, sondern in der Mitte, wenn nicht gar Mitte-Rechts.

Cornelia Bruggers Fazit

Abschließend meint Cornelia Brugger: „Die Demokratische Partei scheint mir immer mehr eine Partei zu sein, die nur auf den Machterhalt zielt und den Status Quo verteidigt. Ihr gelingt es nicht eine progressive Kraft zu sein, die den Mut hat die Herausforderungen für die Zukunft unseres Landes anzupacken.“

Für Cornelia Brugger genügend Gründe, um aus dem PD auszutreten. Dem Brunecker Gemeinderat wird sie aber erhalten bleiben.

stol/aw

stol