Donnerstag, 14. Oktober 2021

Corona-Proteste: Italienische Regierung will Test-Preise drücken

In Italien wächst vor der geplanten Ausweitung der 3G-Pflicht auf die Arbeitswelt ab Freitag die Sorge vor neuerlichen Protesten. Deshalb erwägt die Regierung den Preis für Schnelltests zu drücken.

Die Stiftung Gimbe bezifferte den Bedarf an Schnelltests in Italien auf 11,5 Millionen pro Woche.
Die Stiftung Gimbe bezifferte den Bedarf an Schnelltests in Italien auf 11,5 Millionen pro Woche. - Foto: © APA/afp / INA FASSBENDER
Auf Druck der Gewerkschaften will die italienische Regierung eine Senkung der Kosten für die Schnelltests prüfen, denen sich nicht geimpfte Arbeitnehmer in Italien unterziehen müssen, um den sogenannten Grünen Pass zu erhalten, der ab Freitag für den Zutritt zum Arbeitsplatz notwendig ist. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder heftige Proteste gegen diese Regelung gegeben.

Arbeitnehmer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen die Kosten für Corona-Schnelltests mit einer Gültigkeit von 48 Stunden selbst tragen. „Wir haben die Regierung gebeten, die Test-Preise stark zu drücken, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu fördern. Premier Mario Draghi hat uns geantwortet, dass die Regierung bei einer Ministerratsitzung in den kommenden Tagen über mögliche Schritte in diese Richtung entscheiden wird“, berichtete der Chef des zweitstärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CISL, Luigi Sbarra, nach einem Gespräch mit Draghi am Donnerstag.

Die Gewerkschaften forderten, dass die Unternehmer die Kosten für die Schnelltests übernehmen sollen. Derzeit beträgt der Preis für die Antigentests in Italien 15 Euro. Die oppositionelle Rechtspartei Fratelli d' Italia verlangt, dass der Staat für die Kosten der Antigentests aufkommen soll.

Über 11 Millionen Schnelltests pro Woche benötigt

Fachleute der unabhängigen Stiftung Gimbe gehen davon aus, dass 3,8 Millionen italienische Arbeitnehmer nicht geimpft sind. Sie warnte vor der Gefahr eines Chaos wegen des erwarteten Ansturms von Arbeitnehmern auf Teststationen.

Die Stiftung bezifferte den Bedarf an Schnelltests in Italien auf 11,5 Millionen pro Woche. Das liege weit über den 1,2 Millionen Tests, die noch in der Woche zwischen dem 6. und dem 12. Oktober durchgeführt wurden. Die Gefahr sei, dass wegen fehlender Testkapazitäten viele Arbeitnehmer in den kommenden Tagen nicht getestet werden könnten.

Im vergangenen Monat sei die Zahl der Italiener, die sich einem Schnelltest unterzogen haben, um 57,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. „Dies bezeugt, dass ein Teil der Bevölkerung sich nicht impfen lassen will“, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Gimbe-Bericht.

Die Einführung der 3G-Pflicht habe nicht zu dem von der Regierung erhofften Resultat geführt, mehr Menschen zur Impfung zu bewegen. Laut Regierungsangaben sind bisher 80 Prozent der Italiener vollständig geimpft.

Die Green-Pass-Pflicht gilt ab Freitag auch in Südtirol – alle wichtigen Details dazu finden Sie im s+Artikel.

apa/stol