Dienstag, 25. Februar 2020

Coronavirus: Euregio-Vorstand richtet Koordinierungsstelle ein

Die Euregio-Länder wollen im Zusammenhang mit dem Coronavirus abgestimmt vorgehen. Zu diesem Zweck wird eine Euregio-Koordinierungsstelle eingerichtet, wie am Dienstag beschlossen wurde.

Die 3 Landeshauptleute Günther Platter, Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti haben sich in Sachen Coronavirus innerhalb der Euregio abgesprochen.
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Die 3 Landeshauptleute Günther Platter, Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti haben sich in Sachen Coronavirus innerhalb der Euregio abgesprochen. - Foto: © DLife
Um angesichts des Coronavirus (COVID-19) das weitere Vorgehen und eventuelle Maßnahmen abzustimmen, ist der Vorstand der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino am Dienstag in Bozen zu einer Sondersitzung zusammengetroffen. „In Situationen wie dieser, ist die Europaregion von besonderer Bedeutung“, erklärte bei der Pressekonferenz im Anschluss an die einstündige Vorstandssitzung Euregio-Präsident Günther Platter.

Der Vorstand hat am Dienstag einen gemeinsamen Beschluss gefasst, in dem sich die Mitglieder, also die Länder Tirol, Südtirol und das Trentino, zur gegenseitigen Solidarität verpflichten und ein gemeinsames Vorgehen vereinbaren. Zu diesem Zweck habe man die Einrichtung einer Euregio-Koordinierungsstelle beschlossen, in der der Direktor der Landessanitätsdirektion Tirol, der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs und der Generaldirektor des „Dipartimento Salute e politiche sociali“ des Trentino zusammenarbeiten.

Günther Platter berichtete von den 2 Infektionsfällen, die am Dienstag Mittag in Innsbruck nachgewiesen wurden. Er stellte auch klar, dass der Brenner eine offene Grenze bleibe: „Eine Grenzschließung ist zum heutigen Zeitpunkt nicht nötig, wie mir auch Experten bestätigen, mit denen ich ständigen Kontakt halte.“

Europaregion ist kein Infektionsherd

„Südtirol ist – wie die gesamte Europaregion – kein Infektionsherd“, betonte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, der vor Panikmache warnte. Wichtig sei es zu vermeiden, dass das Virus sich ausbreite. Infizierte Personen werden isoliert, um dies zu verhindern. Bei dem derzeit einzigen Fall in Südtirol sei man so vorgegangen.

Musterverordnungen in Ausarbeitung

Ein Bild der italienweiten Entwicklungen konnte sich Südtirols Landeshauptmann ebenso wie sein Trentiner Kollege Fugatti bei der Videokonferenz machen, zu der die Regierung in Rom am Vormittag geladen hatte. „Auf unseren Antrag wird die Regierung in Zusammenarbeit mit der Obersten Gesundheitsbehörde zwei Musterverordnungen erarbeiten, eine für Gebiete mit Infektionsherden, eine zweite für die restlichen Gebiete“, berichtete Landeshauptmann Kompatscher.

Damit sollen die Grundlagen für ein einheitliches Vorgehen geschaffen werden, beispielsweise was die Öffnung der Schulen und anderer öffentlicher Einrichtungen sowie die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen angeht. „Wir werden unsere Verordnung vom Sonntag entsprechend ergänzen und ich werde in Kürze diese neue Verordnung unterzeichnen“, sagte Kompatscher.

Enge Abstimmung innerhalb der Europaregion

Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti verwies darauf, dass die enge Abstimmung zwischen Südtirol und dem Trentino nun auch auf die Europaregion ausgedehnt werde. „Wir haben in den vergangenen Tagen ähnlich reagiert und gleiche Maßnahmen gesetzt, die den internationalen Standards entsprechen.“

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lpa