Dienstag, 03. März 2020

Coronavirus: Kein Unterricht in 6 Gemeinden bis 8. März

Zwar wurden in Südtirol keine neuen eigenen Infektionsfälle nachgewiesen, angesichts der infizierten deutschen Südtirolurlauber will das Land vorsorglich Präventionsmaßnahmen treffen. In den Pustertaler Gemeinden Welsberg, Toblach und Prettau sowie in den ladinischen Gemeinden St. Christina, Wolkenstein und Abtei bleiben die Schulen vorsichtshalber ab Mittwoch bis 8. März geschlossen.

In den 6 Gemeinden Welsberg, Toblach, Prettau,St. Christina, Wolkenstein und Abtei werden die Schulen vorübergehend geschlossen.
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In den 6 Gemeinden Welsberg, Toblach, Prettau,St. Christina, Wolkenstein und Abtei werden die Schulen vorübergehend geschlossen. - Foto: © shutterstock
„Bisher haben wir nur einen einzigen Covid-19-Fall, der eine in Südtirol ansässige Person betrifft. Allerdings wurde bei 4 deutschen Südtirolurlaubern das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Zudem gibt es neun Meldungen über mögliche Verdachtsfälle. Es handelt sich um Feriengäste aus verschiedenen Ländern, die mittlerweile abgereist sind.“

Das teilte Landeshauptmann Arno Kompatscher, wie berichtet, nach der Sitzung der Landesregierung am Dienstag mit. Bemühen der Landesregierung sei es nun, in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden das Umfeld, die Bewegungen und die Kontakte der betroffenen Personen zu analysieren, um weiteren Infektionen vorzubeugen und etwaige Infektionsketten zu unterbrechen. Dabei halte man sich an die international vereinbarten Vorgehensweisen und Standards.

Hochpustertal und ladinische Täler: Zusätzliche Vorkehrungen

Der Landeshauptmann kündigte zudem eine neue Verordnung an: „Wir möchten auf Nummer sicher gehen und Vorbeugemaßnahmen erlassen, um vor allem ältere und geschwächte Personen zu schützen, für die eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus besonders problematisch sein könnte“, betonte der Landeshauptmann. „Ziel ist es, vorsorglich dauerhafte Menschenansammlungen vor allem in geschlossenen Räumen zu vermeiden“, erklärte der Landeshauptmann.

Kein Unterricht bis 8. März

In den Pustertaler Gemeinden Welsberg, Toblach und Prettau sowie in den ladinischen Gemeinden St. Christina, Wolkenstein und Abtei wird bis zum 8. März der Unterricht an allen Schulen ausgesetzt. Auch die Kleinkindbetreuungsdienste bleiben in diesen Gemeinden vorübergehend geschlossen.

Auch öffentliche kulturelle, religiöse und sportliche Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen finden nicht statt. Dies gilt auch für Kinos, und Diskotheken. Ausgenommen sind Sportveranstaltungen, die in geschlossenen Anlagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt werden. Diese Maßnahmen beinhaltet die heute Nachmittag von Landeshauptmann Arno Kompatscher unterzeichnete zusätzliche Verordnung.

Vorsichtsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen

Nicht eingeschränkt wird der Skibetrieb. Vorgeben wird allerdings, dass geschlossene Aufstiegsanlagen wie Seilbahnen und Kabinenbahnen nur ein Drittel ihrer Förderleistung nutzen. In allen öffentlichen Stätten - von den Kirchen über Museen bis hin zu den Gastbetrieben - sind Menschenansammlungen zu vermeiden und ein Abstand von einem Meter zwischen Besuchern oder Kunden zu ermöglichen. Eingeschränkt werden die Besucherzahlen in Gesundheitseinrichtungen. Eingehende Reinigungsarbeiten in Beherbergungsbetrieben, öffentlichen Ämtern, Kirchen und Sportanlagen werden ebenso vorgeschrieben, wie das Aushängen der zehn Verhaltensregeln. 

Informationstreffen im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs

Über den aktuellen Stand der Dinge im Hinblick auf das Coronavirus Disease Covid-19 informierten sich auf Initiative von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider vor kurzem Vertreter aller beteiligten Akteure im öffentlichen Nahverkehr. Am Treffen haben auch Vertreter des Sanitätsbetriebs, des Zivilschutzes sowie der Gewerkschaften im öffentlichen Nahverkehr teilgenommen. Alle Konzessionäre haben bereits Vorkehrungen in Linie mit den Vorgaben des Staates und Landes getroffen. Landesrat Alfreider bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz. Die Lage im öffentlichen Nahverkehr wird derzeit als ruhig eingestuft und es gibt keine besonderen Vorkommnisse. Alle Akteure werden laufend über den Stand der Dinge informiert.


Bisher getroffene Maßnahmen

Die Landesregierung hat am Dienstag vor allem die aktuelle Lage in Südtirol bewertet und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Sie hat aber auch Bilanz der bisher getroffenen Maßnahmen gezogen:
So stehen seit dem 25. Februar eine Ärztin und je nach Bedarf zwischen zwei und vier Mitarbeitern der Agentur für Bevölkerungsschutz am Bürgertelefon täglich von 8 bis 20 Uhr im Dienst und haben bisher 2819 Anrufe bearbeitet. Die meisten Anrufe gingen am 25. Februar ein, nämlich 697. An Zugriffen auf die am 27. Februar eigens eingerichtete Homepage Coronavirus wurden bis gestern 30.020 Aufrufe von 14.000 Nutzern gezählt. Dort finden sich auch 52 häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions FAQ) samt Antworten.

29 Lagebesprechungen

Bei 29 Lagebesprechungen wurde bisher die Lage in Südtirol im Hinblick auf Coronavirus und Covid-19 auf den Punkt gebracht. Die Landesleitstelle hat seit dem 24. Februar täglich die Lage in Südtirol analysiert. Der staatsweise Informationsaustausch erfolgt bei den täglich zwei Videokonferenzen mit dem Dipartimento Nazionale di Protezione Civile. Bei der beim Südtiroler Sanitätsbetrieb eingerichteten Taskforce haben täglich zwölf Personen die Lage analysiert und Maßnahmen besprochen. Täglich sind 55 Männer und Frauen des Sanitätspersonals (Ärzte/Ärztinnen, Pflegepersonal, Inspektoren/Inspektorinnen) im Einsatz. Schließlich hat die Landesregierung gestern eine Einrichtung in Gossensaß ausfindig gemacht und für eventuelle Personen in Quarantäne vorbereitet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Grünen Nummer 800 751 751.

lpa