Denn während die Bezirke Pustertal und Bozen fest hinter dem 28-Jährigen stehen, haben sich Burggrafenamt und Vinschgau auf die Seite seines Herausforderers René Tumler geschlagen: Der 22 –Jährige aus Naturns, schickt sich an, Raffin als JG-Vorsitzenden beerben zu wollen. Auch das Eisacktal und das Unterland sollen mit Stimmen für Tumler liebäugeln.Die Entscheidung fällt am Samstagabend in Marling. Rund 120 JG-Mitglieder werden erwartet. Stol hat mit Manuel Raffin kurz vor der Entscheidung gesprochen. Vielleicht zum letzten Mal als JG-Chef.Südtirol Online: Herr Raffin, heute wählt die Junge Generation ihre neue Spitze. Wie gehen Sie in die Wahl?Manuel Raffin: Ich habe ein gutes Gefühl. Ich hoffe, dass viele nach Marling fahren und wir eine tolle Veranstaltung haben. Das Treffen steht unter dem Zeichen „100 Prozent Südtirol“ – um zu unterstreichen, dass wir uns voll für die Partei und Südtirol einsetzen – ehrenamtlich. Wir haben viel gearbeitet in der vergangenen Zeit.Stol: Doch hat die JG letzthin vor allem mit dem Duell Raffin-Tumler für Schlagzeilen gesorgt.Raffin: Es ist immer gut, wenn bei einer Wahl mehrere Kandidaten antreten. Sonst wäre es langweilig. Natürlich hat es Reibereien gegeben, in den Bezirken, in der JG. Auch das ist menschlich. Wichtig ist, dass solche Diskussionen in der Organisation bleiben und nicht nach aus dringen.Stol: Der Machtkampf hätte nicht publik werden sollen?Raffin: Als „Machtkampf“ würde ich das nicht bezeichnen. Natürlich positionieren sich die Bezirke. Ich gehe aber erleichtert in die Wahl und sehe das nicht als Machtkampf. Die Leute sollen entscheiden, wer demnächst Vorsitzender sein soll. Und der andere soll das Ergebnis respektieren.Stol: Werden Sie auch im Falle einer Niederlage weiterhin beim Edelweiß mitarbeiten?Raffin: Natürlich, kein Zweifel – auf welcher Ebene auch immer. Ich habe mich nun vier Jahre mit sehr viel Einsatz und Idealismus eingesetzt. Ich würde eine gute Organisation hinterlassen.Stol: Was wird Ihnen vorgeworfen?Raffin: Mir wird vorgeworfen, ich hätte zu wenig getan. Und auf der anderen Seite, dass ich zu alt sei. Die Erneuerung sollte auch in der JG Eingang finden, heißt es. Ich bin 28 und fühle mich nicht alt.Stol: Der Pusterer Hans Christian Oberarzbacher ist vor kurzem aus der SVP ausgetreten. Ein Nachteil für Sie, wo auch Sie vom Bezirk Pustertal unterstützt werden?Raffin: Es ist natürlich schade, dass HCO nicht mehr dabei ist. Einen Nachteil für mich persönlich kann ich darin nicht erkennen. Ich habe mich immer bemüht, einen engen Kontakt zum Bezirk zu halten.Stol: Neben dem Pustertal spricht sich auch der Bezirk Bozen für Sie aus. Burggrafenamt und Vinschgau stehen hinter René Tumler. Einer Schlüsselrolle wird Eisacktal und dem Unterland zugesprochen. Wie sieht’s da aus?Raffin: Diese Bezirke wollen frei entscheiden. Die Tendenz zeigt allerdings in Richtung Tumler, das muss man schon sagen.Stol: Wie geht die Wahl aus?Raffin: Ich weiß es nicht. Es ist aber wichtig, dass künftig keine zwei Blöcke entstehen – zum Wohle der JG.Stol: Der Posten als JG-Vorsitzender ist nicht zuletzt auch ein gutes Sprungbrett für die weitere Karriere in der Politik. Sollten Sie verlieren, wird’s dann schwierig?Raffin: Nein, überhaupt nicht. Dass der JG-Vorsitz Sprungbrett sein kann, das war zur Zeit Oskar Peterlinis so. Heute gibt’s Positionen mit weit mehr Potenzial diesbezüglich.Interview: Petra Gasslitter