Das Exil-Oberhaupt der Tibeter äußerte den Wunsch, die gotische Kathedrale zu besichtigen, auf der sich die goldene Statue der Muttergottes „La Madonnina“ befindet. Tenzin Gyatso wurde vom Domvikar Luigi Manganini empfangen. Lange bewunderte der Dalai Lama den Hauptaltar der Mailänder Kathedrale, die nach dem Petersdom im Vatikan und der Kathedrale von Sevilla flächenmäßig die drittgrößte Kirche der Welt ist.„Wir haben den Dalai Lama im Geist des interreligiösen Dialogs empfangen, den er so stark befürwortet. Der Buddhismus ist seit jeher dem Dialog mit anderen Religionen offen, wie auch die Treffen des Dalai Lama mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. bezeugen“, berichtete der Domvikar.Das Exil-Oberhaupt der Tibeter war am Dienstag im Rathaus vom Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia unter tosendem Applaus der Gemeinderatmitglieder und vieler Bürger empfangen worden. Der Besuch des Dalai Lama sei für die ganze Stadt ein Geschenk, sagte Pisapia.Der Besuch des Dalai Lamas in Mailand, wo er unter anderem einige Konferenzen hielt, wurde von heftigen politischen Debatten überschattet. Der Mailänder Gemeinderat hatte vergangene Woche beschlossen, dem Dalai Lama die Ehrenbürgerschaft der Stadt nicht zu verleihen. Der Grund: Peking hatte zu verstehen gegeben, dass China die in Mailand geplante Weltexpo 2015 boykottieren könnte, sollte der Dalai Lama die Schlüssel der lombardischen Hauptstadt erhalten.Die Chinesen planen im Rahmen der Weltexpo einen eigenen Pavillon, über eine Million Besucher werden aus der asiatischen Macht erwartet. Der Verzicht des Mailänder Stadtrats, dem Dalai Lama die Staatsbürgerschaft zu verleihen, löste bei Tibet-Aktivisten heftige Reaktionen aus. apa