Wie die APA am Mittwoch aus informierten Kreisen erfuhr, sei D’Alema „der einzige sozialdemokratische Kandidat, der eine Mehrheit im Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs bekommen kann“.D’Alema sei die „erste Wahl“ der Sozialdemokraten, hieß es weiter. Eine Kandidatenliste gibt es den Angaben zufolge nicht. Am Wochenende habe es erste Signale aus London gegeben, dass der britische Premier Gordon Brown bereit sei, von seiner Forderung zurückzuweichen, seinen Amtsvorgänger, den Labour-Politiker Tony Blair, als ersten EU-Ratspräsidenten durchzusetzen, hieß es in informierten Kreisen.Der sozialdemokratische Fraktionsvize im EU-Parlament, Hannes Swoboda, hatte am Montag allerdings auch ein Szenario nicht ausgeschlossen, dass der britische Premierminister Brown selbst Ratspräsident werden wolle. Dies könnte vor allem deswegen der Fall sein, weil der „Widerstand“ gegen einen EU-„Außenminister“ Massimo D’Alema wegen dessen kommunistischer Vergangenheit insbesondere bei den Osteuropäern wachse. Vor allem in Polen gibt es Widerstand gegen eine Bestellung D’Alemas zum EU-„Außenminister“, hieß es in EU-Ratskreisen.Nach Angaben von EU-Diplomaten in Brüssel will der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratsvorsitzende Fredrik Reinfeld seine zweite Konsultationsrunde mit den EU-Staats- und Regierungschefs über die Besetzung der EU-Spitzenposten am heutigen Dienstagabend abschließen. Reinfeldt hat für diesen Donnerstag einen EU-Sondergipfel in Brüssel einberufen, um einen Beschluss über den ersten EU-Ratspräsidenten und den EU-„Außenminister“ herbeizuführen. Außerdem soll der Gipfel über die Besetzung des Generalsekretärs des EU-Rates entscheiden - ein ranghoher Beamtenposten, der bisher in Personalunion vom scheidenden Außenpolitik-Beauftragten Javier Solana ausgeübt wurde. Reinfeldt hatte angekündigt, für alle drei Posten jeweils einen Kandidaten vorzuschlagen.apa