Ausgerechnet die Türkei! <BR /><BR />Das Land, das im Juli 1974 völkerrechtswidrig in die Republik Zypern einmarschierte und seither mit gut 40.000 Soldaten fast 40 Prozent der Aphroditeninsel, mittlerweile auf dem ganzen Territorium ein EU-Mitglied, unbeirrt besetzt hält! Ein Invasor! <h3> Türkei für Invasion in Zypern 1974 nie sanktioniert</h3>Genau dieser Invasor ist es, der nie für seine Untat sanktioniert worden ist. Und genau dieser Invasor wird von den übrigen 29 NATO-Ländern nun in der Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg geduldet. In Brüssel, Berlin und anderswo hofft man sogar geradezu inständig darauf, dass der Invasor Türkei den heutigen Invasor Russland dazu bringen möge, mit der angegriffenen Ukraine eine Friedenslösung zu vereinbaren. <BR /><BR />Dass die türkische Luftwaffe - von der NATO und der EU latent ungestraft - seit Jahren massiv den griechischen Luftraum verletzt und im Gasstreit im östlichen Mittelmeer mit Athen mit eigenen Forschungsschiffen wochenlang demonstrativ durch griechische Gewässer kreuzt – und auch dafür ebenfalls keinerlei Sanktionen kassiert – , tut sein Übriges.<h3> Mit zweierlei Maß zu messen, rächt sich immer</h3> Mit zweierlei Maß zu messen, rächt sich immer. Diesmal schneller als befürchtet. Wie das Leben nun mal in diesen hektischen Zeiten so spielt. Völlig enthemmt lehnt Erdogan nun einen NATO-Beitritt von Schweden und Finnland in Bausch und Bogen ab, obgleich sich die beiden Nordländer wegen Moskaus fürchterlichen Angriffs in der Ukraine nach jahrzehntelanger Neutralität trotz direkter Nachbarschaft mit der Atommacht Russland dazu entschlossen haben. <BR /><BR />Die skandinavischen Länder seien „Gästehäuser“ für kurdische Terrororganisationen und Anhänger des verhassten Predigers Fethullah Gülen, ätzt der Neo-Sultan nun mit mürrischer Miene, um seine Ablehnung für einen NATO-Beitritt beider Länder einprägsam zu begründen. <BR />Dabei hätten Stockholm und Helsinki doch im Eilverfahren in die Allianz aufgenommen werden sollen, wenn es nach den anderen NATO-Ländern ginge. Der Haken: Dafür bedarf es der Einstimmigkeit im plötzlich kleinlauten NATO-Lager. <BR /><BR />Manche spekulieren schon darauf oder gehen davon aus, die Türkei wolle nur Gegenleistungen erhalten, um letztlich doch sein Plazet für die Aufnahme von Schweden und Finnland in die NATO zu erteilen. Wie auf einem Bazar. Typisch türkisch eben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-54373612_quote" /><BR /><BR />Fest steht: Offenkundig will man es sich mit Ankara nicht verderben. Das Motto lautet: „Gegen Putin Geschlossenheit zeigen! Bloß keine Zwietracht im eigenen Lager!“ Dass sich der Militär-Goliath und Demokratie-Zwerg Türkei spätestens seit dem Putschversuch im Juli 2016 von den NATO-Werten entfernt hat? Für die ach so werte- und regelbasierte NATO und EU ist dies egal. <BR /><BR />Genauso wird jetzt der unsägliche Umstand geschluckt, dass das Land am Bosporus in den Wirren um den Ukraine-Konflikt für russische Oligarchen mit Kind und Kegel und – nicht zu vergessen - ihrer Gelder flugs zum beliebten Hafen avanciert ist. <BR />Und dies ist wiederum nur möglich, weil es Brüssel einfach hinnimmt, dass die in die EU strebende Türkei aus der Sanktionsfront der EU gegen Russland einfach so ausscheren darf. Schon wieder misst man in Brüssel mit Blick auf Ankara mit zweierlei Maß. <h3> Peinliches Gerangel</h3>Ob letztlich ein türkischer Bazar oder ein türkisches Veto im peinlichen Gerangel um den NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands herausspringt, ist unerheblich. Was bleibt: der selbstbewusste Dompteur Erdogan führt Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und all die anderen Staats- und Regierungschefs in der NATO und der EU wie Tanzbären am Nasenring durch die Manege. <BR /><BR />Welch Demütigung! Das wird sich wieder rächen. Dompteure dürfen nicht belohnt werden. Schon gar nicht, wenn der Dompteur Recep Tayyip Erdogan heißt. <BR />