<b>Von Florian Stumfall</b><BR /><BR />Wollte man auch nur 3 Symbole des deutschen Wirtschaftswunders der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts aufzählen, so müsste jedenfalls der VW dabei sein, der Käfer natürlich, der fast 22 Millionen mal verkauft wurde, was einen Weltrekord darstellte. Überboten wurde diese Höchstmarke vom Golf, auch einem Produkt des Hauses Volkswagen. <BR /><BR />Doch gerade diese Weltfirma Volkswagen macht nun in einer schlimmen Weise von sich reden. In Deutschland, dem ursprünglichen Standort, sollen 3 Werke geschlossen werden, Zehntausenden von Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit, diejenigen, die bleiben können, müssen mit einer Lohnkürzung von 10 Prozent rechnen. Noch vor 5 Jahren hätte eine solche Nachricht niemand geglaubt.<BR /><BR />Was tut der unbeteiligte Beobachter? Er drückt sein Bedauern aus, fügt aber hinzu, dass man sich nicht wundern dürfe, wo doch die grün-rot-gelbe Bundesregierung seit geraumer Zeit alles tut, um die deutsche Autoindustrie zu ruinieren. Und daran hängen nicht nur die Autos und die in diesem Sektor Beschäftigten. Es geht auch um die gesamte Zuliefer-Industrie, ein Netzwerk, das den Niedergang auf zahlreiche benachbarte Sparten verteilt.<BR /><BR />Dass es ausgerechnet VW so getroffen hat, hat aber noch einen zweiten Grund. An dem Konzern ist die Politik beteiligt, das rot-regierte Land Niedersachsen mit 20 Prozent, dazu kommt der Einfluss der Gewerkschaften. Beides zusammen hat in der zurückliegenden Zeit ein System der großzügigen Verteilung geschaffen – ganz nach dem Motto: Wenn wir schon mehr verdienen als die anderen, wollen wir wenigstens nicht so viel arbeiten. Und dass sich die Chef-Etage ebenfalls großzügig bedient hat, ist kaum der Erwähnung wert.<h3> Politischer Konstruktionsfehler</h3>Der VW-Knall fällt zeitlich zusammen mit einem Wirtschaftsgipfel des SPD-Bundeskanzlers Olaf Scholz (66), der einen schweren Konstruktionsfehler hatte. Denn am selben Tag lud auch FDP-Wirtschaftsminister Christian Lindner (45, FPD) zu einem solchen Gipfel ein, unabgesprochen und mit anderen prominenten Gäste als der Kanzler. So war für jedermann zu sehen: In der Regierung geht es drunter und drüber, man kann sich nicht einmal mehr auf eine Tagesordnung einigen.<BR /><BR />Der Verdacht liegt nahe, dass FDP-Chef Lindner das Chaos absichtlich herbeigeführt hatte, um so einen glaubwürdigen Grund für ein Ausscheiden der FDP aus der Ampel-Koalition zu bekommen. Denn seit Monaten fragt man sich, wann Lindner den Mut zu einem klaren Ende findet, ungeachtet der derzeitig haarsträubenden Umfragewerte der FDP. Doch es könnte sein, dass diese Umfragen sofort besser werden, wenn er Deutschland von dieser Regierung erlöst.