<?Initial_> <BR /><b>von Janos I. Szirtes</b><BR /><BR />Die Entscheidung hätte zu einem viel früheren Zeitpunkt stattfinden sollen. Nun wird wahrscheinlich seine Vize, Kamala Harris, an seine Stelle treten. Mit derzeit einem Prozent besser geschätzten Wahlergebnis als Biden, also 48 Prozent, wäre dies auch nicht eine Nominierung, die die Demokraten glücklich macht, aber nach der sehr späten Entscheidung von Biden haben sie nicht viel Zeit, um einen hoffnungsträchtigeren Gegenkandidaten zu Trump zu stellen. Es muss sich um eine bekannte Persönlichkeit handeln, denn in der Kürze der Zeit lässt sich dies bei keinem mehr erfolgreich erschaffen.<BR /><BR />Harris ist keine Wahl, die einen Erfolg sichert. Es ist auch ein wenig ungewiss, ob sie überhaupt die Kandidatur schafft, aber der Pendel scheint in ihre Richtung auszuschlagen. Sie hat als Vizepräsidentin eine durchschnittliche Figur gezeigt, allerdings liegt dies weniger an ihr, als das Amt selber, wo sie meistens im Hintergrund bleibt. Sie war allerdings keine reine Repräsentationsfigur, in der einzigen Rolle für den eventuell ausfallenden Präsidenten einzuspringen. Auch keine besonders großen Presseangriffe musste sie überstehen, doch auch an Lob fehlte es. <h3> Schlechte Karten</h3>Als dritte farbige, ohne europäischen Hintergrund, mit indisch-jamaikanischen Wurzeln, als zweite Frau hat sie keine schlechten Karten. Auch unerwartete Probleme sind nicht in Sicht, denn diese wären schon früher aufgetaucht. Vor allem Afroamerikaner, Latinos und Frauen kann sie ansprechen, und nicht zuletzt ist sie wegen ihrer scharfen Zunge und Konsequenz bekannt. <BR /><BR />Mit einem gut gewählten Vize könnte sie viele ansprechen. Dies wird ihr sowohl im Wahlkampf als auch in TV-Duellen mit dem nicht gerade als zimperlich bekannten Trump zugute kommen. Sie hat als langjährige Staatsanwältin Übung in der Konfrontation. <BR /><BR />Auch das Wiederaufleben der Frage, ob sie berechtigt ist, sich zu bewerben, wird erneut auftauchen. Obwohl sie zweifelfrei in den USA geboren wurde, wird sie wie Obama, von Trump als „Ausländer“ behandelt. Als Frau ist es für den ehemaligen Präsidenten sowieso unter seiner Würde, gegen sie antreten zu müssen.<BR /><BR />Die tatsächlichen Qualitäten von Kamala Harris werden sich in ihrem nunmehr eigenen Wahlkampf zeigen. Ihre bisherigen Meinungsumfragewerte soll man nicht für bare Münze nehmen. Sie wird im Wahlkampf gegen Tramp keine schlechte Figur machen, vorausgesetzt, dass sie ansprechende und lügenfreie Wahlinhalte vorlegen kann. Mit ihr ist der Ausgang der Wahlen in dieser Anfangsphase wieder völlig offen.