Am kommenden Freitag sind es 100 Jahre, seit Kaiser Karl I. von Österreich nur 34-jährig im Exil auf Madeira starb. <BR /><BR /><BR /> Bei seiner Seligsprechung von Kaiser Karl I. im Jahr 2004 durch Johannes Paul II. leuchteten auf dem Petersplatz die prächtigen Uniformen von Schützen aus allen Teilen Tirols. <BR /><BR />Der Monarch hatte sich den Tirolern besonders verbunden gefühlt. In den Dolomiten erlebte er, der stets selbst an der Front war und mit den Soldaten Gefahren und Härten teilte, die Brutalität des Ersten Weltkrieges und entschloss sich, mit aller Kraft auf einen Frieden hinzuarbeiten, was vor allem am deutschen Generalstab scheiterte. <BR /><BR />Als er nach der Ermordung seines Onkels Franz Ferdinand in Sarajewo zum Thronfolger aufrückte, hatte er nicht nur an der Prager Karlsuniversität in 2 Sprachen – Deutsch und Tschechisch - studiert, sondern auch eine lange Offizierslaufbahn hinter sich gebracht, die ihn nach Böhmen, Ungarn und schließlich nach Galizien führte. <BR /><BR /><embed id="dtext86-53587001_quote" /><BR /><BR />Dort hatte er die besonders tapferen und kaisertreuen Ukrainer kennengelernt, die in Österreich-Ungarn „Ruthenen“ hießen. Sie trugen wegen der genannten Eigenschaften den Ehrentitel „Tiroler des Ostens“, wurden aber von der polnischsprachigen Oberschicht Galiziens in die Zweitrangigkeit abgedrängt, wogegen der junge Erzherzog Karl mehrfach in Wien protestierte. Für ihn war die Gleichberechtigung aller Völker und Volksgruppen von überragender Bedeutung. Auch deshalb wird ihm in der ehemals österreichischen Westukraine besondere Wertschätzung entgegengebracht. <BR /><BR />Heute beeindrucken die Ukrainer durch ihre starke Verbundenheit mit der europäischen Idee und den Mut, mit dem sie sich den Angreifern entgegenstellen. Putins Krieg ist nicht irgendein Scharmützel in einem „fernen Osten“. Wir sind nicht nur militärisch unmittelbar herausgefordert, sondern auch kulturell und moralisch. <BR /><BR />Das Klein-Europa unserer Monarchie reichte vom Bodensee bis an die Grenzen Russlands. Unser Europa wiederum umfasst mehr als nur die heutige EU und verpflichtet uns zur Solidarität mit Menschen, die derzeit für uns leiden und denen wir jahrhundertelang eng verbunden waren.