Montag, 26. April 2021

Lockerungen und Öffnungen: Diese Regeln gelten seit Montag

Am gestrigen Montag traten weitere Lockerungen der Vorbeugemaßnahmen gegen das Coronavirus in Südtirol in Kraft. Hier der Überblick.

Seit Montag dürfen Restaurants und Bars im Außenbereich wieder öffnen, bis zu 4 Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Im Innenbereich gelten zusätzliche Regeln.
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Seit Montag dürfen Restaurants und Bars im Außenbereich wieder öffnen, bis zu 4 Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Im Innenbereich gelten zusätzliche Regeln. - Foto: © shutterstock
Am Freitag hat Landeshauptmann Arno Kompatscher die Verordnung mit den neuen Regeln zur Vorbeugung und Bewältigung des Covid-19-Notstands unterzeichnet. Sie gelten von Montag, 26. April, bis Samstag, 31. Juli und sehen – wie auch auf staatlicher Ebene – eine Reihe von Lockerungen und Öffnungen von bisher einschränkenden Maßnahmen vor.


Bars und Restaurants öffnen mit Corona-Pass

Wie auf staatlicher Ebene für die sogenannten gelben Zonen vorgesehen, sind die Tätigkeiten der Gastronomie im Freien bis 22 Uhr wieder zugelassen. Erlaubt ist ausschließlich eine Konsumierung bei Tisch mit maximal 4 Personen pro Tisch. In geschlossenen Räumen dagegen ist zusätzlich zu diesen Regeln der Vorweis einer „grünen Bescheinigung“, des sogenannten Corona-Pass-Südtirol, nötig; in Restaurants zudem nur nach Vormerkung.



Dieser Corona-Pass wird vom Sanitätsbetrieb oder anderen ermächtigten Gesundheitseinrichtungen ausgestellt und weist einen negativen Test, eine vollständige Impfung oder die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung nach. Dieser Nachweis erlaubt auch den Aufenthalt in Beherbergungsstrukturen, deren Dienste mit Ausnahme des Gastronomiebereichs ausschließlich übernachtenden Hausgästen angeboten werden können.

Im Video: So funktioniert der Corona-Pass

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Info am Rande: Wenn man im Außenbereich eines Lokals sitzt, wofür es ja keine Bescheinigung braucht, und auf die Toilette muss, darf man diese natürlich aufsuchen. Dabei muss eine Maske getragen werden.

Eingeschränkter Neustart für Kino, Theater und Konzerte

Mit einem gültigen Corona-Pass kann man nun in geschlossenen Räumen wieder Theater, Kino oder Konzerte besuchen, im Freien ist der grüne Nachweis nicht notwendig. In jedem Fall muss eine Zuweisung von vorgemerkten Sitzplätzen erfolgen. Die Besetzung Räume darf maximal 50 Prozent der genehmigten betragen und darf in geschlossenen Räumen in keinem Fall die Zahl von 500, im Freien von 1000 Personen überschreiten.

Unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen können auch Museen und andere kulturelle Einrichtungen und Orte, einschließlich Bibliotheken, Archive, Einrichtungen der Jugendarbeit sowie Bildungshäuser und Weiterbildungseinrichtungen wieder für das Publikum öffnen. Jugendarbeit ist unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsmaßnahmen möglich.

Musikkapellen und Chöre

Möglich sind seit Montag auch wieder Proben und Aufführungen von Chören und Musikkapellen, allerdings in Gruppen mit maximal 15 Personen und unter Einhaltung der von Anlage A des Landesgesetzes 4/2020 vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen. In all diesen Fällen ist der Corona-Pass nötig, sofern die Tätigkeit in geschlossenen Räumen ausgeübt wird.

Ab Montag, 26. April sind schließlich auch außerschulische Betreuungs- und Begleitungsangebote, sprich Familienangebote wie Spielgruppen oder offene Treffs der Elkis, unter Einhaltung der geltenden Verhaltensregeln wieder erlaubt. Mit Corona-Pass können zudem Jugenddienste und Seniorenmensen öffnen.

Oberschulen bleiben bei 75 Prozent Präsenz

Die staatliche Regelung sieht für Italiens Oberschüler Präsenzunterricht zwischen 75 und 100 Prozent vor. In Südtirol halte man momentan an der bereits bestehenden 75-Prozent-Regelung fest, da das an die Pandemie angepasste Mobilitäts- und Sicherheitskonzept es momentan nicht anders zulässt.

Ausgangssperre bleibt

Für Bewegungen bleiben die bisher geltenden Regeln in Kraft: Das bedeutet, zwischen 22 und 5 Uhr darf man die eigene Wohnung nur aus den geltenden, dringlichen Gründen verlassen. Erlaubt sind allerdings - wie vom staatlichen Gesetzesdekret (Nr. 52, 22. April) vorgesehen - wieder Bewegungen in und aus dem Landesgebiet.

Schwimmbäder, Sportzentren, Familienangebote und Bewegungen

Ab 15. Mai können die Freibäder und Schwimmzentren im Freien wieder öffnen.

Ab 1. Juni sind dann auch die Tätigkeiten der Sportstudios, Fitnesszentren, Hallenbäder und wie auch immer bezeichneten Sportzentren in Innenräumen erlaubt – selbstverständlich unter strikter Einhaltung der Sicherheitsprotokolle.

Für all diese Tätigkeiten gilt als Voraussetzung der Nachweis des Corona-Passes. Die Regeln für Sportveranstaltungen und Sportwettkämpfe unter Ausschluss der Öffentlichkeit bleiben aufrecht, aber im Freien werden – mit gültigem Corona-Pass-Südtirol – wieder alle sportlichen Aktivitäten möglich sein, auch Kontakt- und Mannschaftssport.

Messen sind ab 15. Juni in Präsenz wieder möglich.

Wellness- und Thermalanlagen können ab 1. Juli ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, ebenso Tagungen und Kongresse.


Argumente gegen römische Bedenken

Zu den von der italienischen Regierung geäußerten Bedenken zu Südtirols Öffnungsschritten, abseits der staatlichen Regeln, sagte der Landeshauptmann: „Als Landeregierung haben wir gute Argumente und werden sie auf allen Ebenen vorbringen: Bis auf einen Punkt entsprechen unsere Öffnungen den Regeln in gelben Zonen laut staatlichem Dekret. Mit den vorgeschriebenen Tests gehen wir sogar einen vorsichtigeren Weg.“ Nur bei der Bewirtung in geschlossenen Räumen weiche die Verordnung des Landeshauptmanns vom staatlichen Dekret ab: „Rom will die Bewirtung in Bars und Restaurants nur im Freien zulassen. Wir ermöglichen auch eine Bewirtung in Innenräumen, aber klar verknüpft mit der Vorsichtsmaßnahme Corona-Pass.“ Zudem erlaube der Staat Kontakt- und Mannschaftssport ohne Tests.

„Demgegenüber gewährt unsere Lösung einer Bewirtung in Innenräumen mit maximal vier Personen pro Tisch nur für Getestete, Geimpfte und Genesene ein gutes Maß an Sicherheit“, argumentierte der Landeshauptmann. „Aber auch wenn dieser Punkt von der italienischen Regierung angefochten und vom Gericht aufgehoben werden sollte, bleibt unser Corona-Pass ein erfolgreiches Konzept und in allen anderen Bereichen aufrecht: von Kinos über Theater bis zu Kontakt- und Mannschaftssport“, ist Kompatscher überzeugt.

Verordnung

Die Verordnung Nr. 20 im Wortlaut:

lpa/stol