Es war im Jahre 1940, als das Konzentrationslager gebaut wurde – unmittelbar nach der Option und kurz vor der Invasion der Balkanstaaten und den Kriegsfeldzügen in Afrika. Das KZ diente ab Neujahr 1941 bis September 1943 der Internierung der als „politisch unerwünscht“ und „staatsfeindlich gefährlich“ eingestuften Personen und Kriegsgefangenen.<BR /><BR />In diesem von 66 Scharfschützen und Alpinisoldaten bewachten Konzentrationslager waren anfänglich Hunderte von Freiheitskämpfern der Balkanstaaten aufgrund ihres politischen Widerstandes gegen das Mussolini-Regime eingesperrt und in die ersten Arbeitslager nach Deutschland transportiert worden. Auf sie folgten Angehörige der Commonwealth-Länder, vornehmlich aus Indien, Schottland und Australien, die in Nordafrika gegen die italienischen Kolonialtruppen kämpften. Sie gehörten jenen Nationen an, die im Mai 1945 – also vor 80 Jahren – durch die alliierte Befreiung in Europa das Ende des Zweiten Weltkrieges und der faschistischen und nationalsozialistischen Terrorherrschaft herbeiführten. Daran erinnert in der Breienbachstraße der vom KZ-Gedenkkomitee 2018 aufgestellte Gedenkstein mit den Worten: „Nie wieder Krieg und Faschismus“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1156539_image" /></div> <BR /><BR />Am morgigen Freitag lädt das KZ-Gedenkkomitee gemeinsam mit dem Schützenbund des Bezirks Bozen zu einer Gedenkveranstaltung vor dem KZ-Gedenkstein ein. Beginn ist um 10 Uhr. <BR /><BR />Es werden Meinrad Berger vom Gedenkkomitee wird die Gedenkkerze entzünden und Roland Lang, der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, die Gäste begrüßen, bevor Karl Saxer, Heimatforscher und Gemeinderat von Karneid, das Wort ergreift. Die Gedenkreden halten zwei bekannte Persönlichkeiten: Der Welschtiroler Schütze Marcello Delucca und der Rechtswissenschaftler und ehemalige Vizepräsident des Regionalrates, Alexander von Egen.<BR /><BR />Nach dem Gebet des Wortgottesdienst-Leiters und ehemaligen Schützenhauptmannes der Schützenkompanie Gummer, Karl Schroffenegger, wird der stellvertretende Bezirksmajor des Schützenbezirks Bozen, Robert Silvestri, zu Ehren der Opfer des Faschismus die General-de-Charge leiten.<BR /><BR />Zum Schluss wird Manuela Sartori, die Bozner Publizistin in Begleitung von Südtiroler Politikerinnen am Gedenkstein einen Kranz niederlegen.<h3> Verborgen gebliebene Fotos werden gezeigt</h3>Musikalisch mitgestaltet wird die Gedenkfeier vom Bläserquartett der Musikkapelle Steinegg. Zu sehen ist auch eine Ausstellung von bislang verborgen gebliebenen Fotos, die bei einem KZ-Kontrollbesuch unter größter Gefahr aufgenommene wurden. Der Publizist Günther Rauch wird im Anschluss an die Gedenkfeier über Inhalt und Herkunft Auskunft geben.