Freitag, 22. November 2019

Das sind die Ergebnisse des 4. Kinderlandtags

Mit der Vorstellung der Vorschläge, die rund 400 Kinder in 4 Tagen gemeinsam erarbeitet haben, endete am Freitag der 4. Kinderlandtag. Die Kinder - von der 5. Klasse Grundschule bis zur 3. Klasse Mittelschule - haben sich dabei über ihre Rechte gemäß UN-Kinderrechtskonvention unterhalten.

Gruppenbild des 4. Kinderlandtags.
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Gruppenbild des 4. Kinderlandtags. - Foto: © Landtag / Werth

„Wir werden eure Vorschläge ernst nehmen und auch ernsthaft darüber diskutieren. Ihr habt miteinander statt gegeneinander geredet, was bei uns nicht immer der Fall ist. Ihr habt Vorschläge gemacht, wie man die Welt besser machen kann, auch für euch“, betonte Landtagspräsident Josef Noggler und dankte schließlich Julia Leimstädtner, Thomas Ebner und dem ganzen Team der Katholischen Jungschar, das den Kinderlandtag organisiert hat.

Landtags-Vizepräsidentin Rita Mattei freute sich über die rege Beteiligung an dieser Veranstaltung. Man habe gesehen, mit welcher Begeisterung die Kinder über die vorgeschlagenen Themen diskutiert hätten. Auch im Landtag werde diskutiert, und das sei das Herzstück der Demokratie. „Heute nehmt ihr eines der wichtigsten Kinderrechte wahr: das Recht, gehört zu werden.“

„Ihr habt euch mit allen wichtigen Themen befasst, mit dem auch wir uns im Landtag befassen“, bemerkte Landeshauptmann Arno Kompatscher und beglückwünschte die Kinder zur Themenstellung. „In diesen Tagen habt auch ihr Politik gemacht.“

Bei der Vorstellung der Ergebnisse waren auch Gemeindenpräsident Andreas Schatzer, Vertreter des Jugendrings, des Amtes für Jugendarbeit und der 3 Landesschuldirektionen anwesend.


Die Vorschläge:

Um das Recht, nicht diskriminiert zu werden, umzusetzen, wurden folgende Vorschläge gemacht: für Obdachlose Unterkünfte und Entgelt für kleine Arbeiten, gleiche Entlohnung für Mann und Frau, gleiche Vertretung im Landtag, Aufnahme von Kindern mit Behinderung in Sportvereinen, Gebetshäuser für jede Religion, bessere Verfügbarkeit von Kleidung in Unter- und Übermaßen.

Recht auf Überleben und Entwicklung: Tierschutz, Wiederaufforstung, Wiederverwertung, weniger Plastikverpackung, ökologische Verkehrsmittel.

Recht auf Gesundheitsschutz: mehr Ärzte, mehr Zeit für die Patienten, Gehaltserhöhung oder Wohnungen, damit Südtirol für Ärzte attraktiv wird, kürzere Wartezeiten, weniger Impfungen, dafür aber verschärfte Impfpflicht und Geschenke für Kinder nach dem Impfen, weniger Stress und mehr Freizeit, günstigere biologische Lebensmittel.

Recht auf angemessenen Lebensstandard: erneuerbare Energiequellen, Gratis-WiFi und Tablets in den Schulen, Wald ohne Müll zum Schutz der Tiere, Über- und Unterführungen von Straßen, Kinder- und Jugendhäuser.

Recht auf Bildung: Wohlfühlbibliotheken, eigene Räume für jedes Fach, Entspannungsräume, individuelle Stundenpläne, Einteilung in Niveaugruppen, weniger Hausaufgaben und Tests, mehr Technik und praktische Ausbildung, späterer Schulbeginn, weniger Frontalunterricht.

Schutz der Minderheiten: Bekämpfung der Armut, Gratis-Schulmaterial für arme Kinder, gleiche Wertschätzung aller Berufe, keine schlechteren Jobs wegen Hautfarbe, gleiche Arbeitschancen für Einwanderer, bessere Schüler helfen Schwächeren, Möglichkeit, Ladinisch zu lernen.

Recht auf Spiel und Freizeit: mehr Freizeit und weniger Aufgaben, weniger Verkehr in den Ortschaften und mehr Radwege, günstigere Freizeitangebote.

„Denkt daran, wir sind zukünftige Wähler“, mahnte eine Teilnehmerin die Politiker, die Vorschläge auch umzusetzen. Julia Leimstädtner, Tomas Ebner und Philipp Donat von der Katholischen Jungschar stellten ihre Organisation schließlich als Lobby der Kinder vor. Auch der Kinderlandtag sei Lobbyarbeit, um die Interessen der Kinder darzulegen und zu vertreten.


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stol