Die technische Regierung in Rom habe einige Reformen durchgeführt, die Auswirkungen gerade auf die Familien und insbesondere auch auf die Frauen seien aber drastisch, kritisierten die drei Politikerinnen. Sie fordern von der neuen Regierung mehr Möglichkeiten für steuerliche Erleichterungen für Familien. Die steuerlichen Freibeträge seien zu erhöhen, ebenso die Negativbesteuerung. Auch das Familiensplitting - eine Besteuerungsmethode, bei der das Einkommen von Eltern und unterhaltsberechtigten Kindern zusammengefasst und gemeinsam versteuert wird - solle in Erwägung gezogen werden.„Zudem sollte auch die längst fällige Erhöhung der Einkommensgrenze für zu Lasten Lebende erfolgen. Dieses Jahreseinkommen von 2.840 Euro, das nicht überschritten werden darf, um als ‚zu Lasten lebend‘ eingestuft zu werden, wurde seit 1988 nicht mehr erhöht bzw. angepasst und ist somit nicht mehr angemessen“, hieß es auf der Pressekonferenz. Ein von Martha Stocker bereits eingebrachter Begehrensantrag und ein Gesetzentwurf von Luisa Gnecchi sehen eine Verdoppelung vor. Diese „alte“ Forderung wird auch in der kommenden Legislaturperiode erneut vorgebracht. Kritik gab es am Familiengeld des NISF/INPS, wo zwischen verheirateten Paaren und unverheirateten unterschieden wird. „Zu Ungunsten der verheirateten Paare, denn bei diesen werden beide Einkommen gezählt, während bei den Zusammenlebenden lediglich das Einkommen der antragstellenden Person herangezogen wird. Dies ist für viele nicht nachvollziehbar und soll auch überprüft werden“, so Stocker.Bei der Anerkennung der Erziehungs- und Pflegezeiten könne man sich mit der generellen Angleichung des Rentenalters – die in einem beitragsbezogenen System durchaus seine Berechtigung habe – nur einverstanden erklären, wenn für die Erziehung- und Pflege zumindest ein angemessener Zeitraum für die Rente anerkannt werde. Frauen seien „gestraft“ genug, die drastische Verkürzung der Übergangszeiträume würden Frauen zudem weiter benachteiligen, so Stocker.