<b>von Ursula Pirchstaller</b><BR /><BR />Der Personalmangel wird immer stärker spürbar und sei auch darauf zurückzuführen, sagt Maximin Liebl, der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft in Bozen im Gespräch mit s+.<BR /><BR /><b>Herr Liebl, Bozen ist weiterhin ein attraktiver Wirtschaftsstandort, hat jedoch auch mit Problemen zu kämpfen. Wo sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?</b><BR />Maximin Liebl: Ein Punkt ist sicher die Wohnungssituation. Die fehlenden bzw. teuren Wohnungen verhindern zum Beispiel, dass intelligente Köpfe im Land bleiben. Deshalb ist auch das Schaffen von Studentenunterkünften so wichtig. <BR /><BR /><BR /><b>Haben Sie Lösungsansätze?</b><BR />Liebl: Wir haben ein Treffen mit Urbanistiklandesrat Peter Brunner geplant und erhoffen uns, dass es Änderungen im Urbanistikgesetz geben wird, die zu einer Erleichterung führen werden. Natürlich ist das Wohnungsproblem auch nicht hilfreich, was den Personalmangel anbelangt. <BR /><BR /><BR /><b>Und dieser wird auch in Bozen immer stärker spürbar...</b><BR />Liebl: Ich würde sagen, dass wir bei dieser Entwicklung erst am Anfang stehen. In der Gastronomie ist der Personalmangel schon sehr stark spürbar, andere Sektoren werden folgen. Die demografischen Statistiken lügen nicht und zeigen ganz klar, dass der Arbeitskräftemangel auch durch die Migration nicht aufgefangen werden kann. <BR /><BR /><BR /><b>Auch für den Tourismus keine ideale Situation. Was sagt die SVP-Wirtschaft zur Entscheidung, neue Betten nur noch Hotels und dem Urlaub auf dem Bauernhof zu gewähren?</b><BR />Liebl: Diese Entscheidung war zum heutigen Zeitpunkt richtig, da der Anstieg an Privatvermietern in den vergangenen Jahren in Bozen massiv war. Generell kann über den Bettenstopp durchaus diskutiert werden, da zum Beispiel Tirol sehr viel mehr Betten hat als wir. Von Hotspots, wie zum Beispiel Ischgl, sind wir weit entfernt. <BR /><BR /><BR /><b>Was hält die SVP-Wirtschaft vom „Quartier Rombrücke“, also dem Wohnbauprojekt in der Bozner Gewerbezone nahe der Romstraße?</b><BR />Liebl: Prinzipiell sehen wir diesen Vorschlag nicht negativ, denn es braucht Wohnungen. Wer hier wohnt, ist wesentlich schneller in der Stadt, als er es von der Meraner Kreuzung aus wäre. <BR /><BR /><BR /><b>Der Online-Handel hat sich inzwischen etabliert, die Folgen für die lokalen Kaufleute sind spürbar. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema gemacht?</b><BR />Liebl: Der Online-Handel ist auf jeden Fall eine Konkurrenz geworden. Vielfach haben die Geschäfte auch versucht, sich mit eigenen Online-Plattformen diesem Trend anzupassen, meist funktioniert es aber eher bei den größeren Unternehmen. Für die Kleinen sind die Kosten oft zu hoch. <BR /><BR /><BR /><b>Die Bezirkswahlen stehen demnächst an. Hat sich der SVP-Wirtschaftsausschuss für einen Kandidaten ausgesprochen?</b><BR />Liebl: Ja, wir werden Landesrat Luis Walcher als Obmann unterstützen, da er gut arbeitet.