<b>STOL: Herr Durnwalder, sind Sie überrascht, dass nun doch wieder <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/sergio-mattarella-bleibt-staatspraesident-von-italien" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Sergio Mattarella zum Staatspräsidenten gewählt worden</a> ist, oder hat sich das herauskristallisiert?</b><BR />Meinhard Durnwalder: Das hat sich in den vergangenen Tagen schon abgezeichnet. Jedes Mal, wenn ein Parteien-Block einen Kandidaten genannt hat, war der andere Block dagegen und umgekehrt. Man hatte sich in eine Sackgasse manövriert, sodass schlussendlich nur mehr Sergio Mattarella aus dieser verfahrenen Situation heraushelfen konnte.<BR /><BR /><BR /><b>STOL: Aber auch Ministerpräsident Mario Draghi war immer wieder im Gespräch…</b><BR />Durnwalder: Das stimmt. Aber wenn Draghi zum Staatspräsidenten gewählt worden wäre, hätte es einen neuen Ministerpräsidenten gebraucht. Und Draghi ist sehr wertvoll für die Regierung, das haben auch die einzelnen Parteien so gesehen.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52598785_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>STOL: Die einzelnen Parteien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, indem sie die Kandidaten der jeweiligen anderen Seite von vornherein abgeschmettert haben…</b><BR />Durnwalder: Das war eklatant. Das war – ich würde jetzt nicht sagen, ein politisches Scheitern – aber sicherlich kein Ruhmesblatt, was die Politik da abgeliefert hat. Man sollte schon erwarten können, dass sich die Parteien untereinander auf einen Kandidaten verständigen. Für Südtirol ist die Wiederwahl von Sergio Mattarella aber sicherlich positiv. Er war immer ein Garant für die Südtiroler Autonomie und für eine europäische Ausrichtung Italiens. Zudem kennt er die Situation in Südtirol bestens und auch die Freundschaft mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen ist äußerst wichtig für uns. Etwas Anderes hat sich bei dieser Wahl aber noch herauskristallisiert…<BR /><BR /><BR /><b>STOL: Nämlich?</b><BR />Durnwalder: Dass die einzelnen Abgeordneten ihren politischen Leadern nicht mehr zu 100 Prozent Folge leisten. Das hat man gesehen, wenn ein Parteivorsitzender einen Kandidaten vorgeschlagen hat, dann haben bei weitem nicht alle aus dieser Partei diesen Kandidaten auch gewählt.<BR /><BR /><BR /><b>STOL: Sie meinen jetzt die Kandidatin Maria Elisabetta Alberti Casellati, die von Lega-Chef Matteo Salvini als Kandidatin vorgeschlagen wurde und nicht gewählt worden war?</b><BR />Durnwalder: Zum Beispiel. Aber auch andere Parteien haben bei den ersten Wahlgängen die Losung ausgegeben, weiß abzugeben. Viele Abgeordnete aus diesen Parteien haben sich dem aber widersetzt und haben Mattarella gewählt. Das war auffallend bei dieser Wahl. <BR /><BR /><BR /><BR /><i>Wie läuft eine Wahl zum Staatspräsidenten in Italien ab? Wer darf überhaupt gewählt werden? Und welche Staatspräsidenten-Wahl hat am längsten gedauert? In diesem Video fasst STOL-Reporter Ivo Zorzi alles Wissenswerte und Kurioses zusammen.</i><BR /><BR /> <video-jw video-id="IHV5vH8T"></video-jw> <BR />