Er habe sich „aus politischen Gründen“ dazu entschlossen, mit sofortiger Wirkung aus der Parlaments-Fraktion von Fratelli d’Italia auszutreten, erklärt de Bertoldi. Die Entscheidung sei das Ergebnis eines langen Prozesses gewesen. Zwischen ihm und anderen Exponenten des FdI war es in letzter Zeit vermehrt zu Auseinandersetzungen gekommen.<BR /><BR />Andrea de Bertoldi hatte in mehreren Interviews dazu aufgerufen, die Flamme, ein neofaschistisches Symbol, aus dem Parteilogo zu streichen. Zudem stellte er sich offen gegen die Jugendorganisation von Fratelli d’Italia, nachdem eingeschleuste Journalisten faschistische und antisemitische Äußerungen von einigen Mitgliedern der FdI-Jugend aufgedeckt hatten. <h3> Disziplinarverfahren gegen de Bertoldi</h3>Giovanni Donzelli, der für die Organisation innerhalb von Fratelli d’Italia zuständig ist, bestätigt, dass ein Disziplinarverfahren gegen de Bertoldi läuft, und dass er von der Partei hinausgeworfen worden sei. Laut Donzelli sei das parteiinterne Verfahren gegen de Bertoldi vor einigen Monaten eröffnet worden, weil sich der Trentiner einer Gruppe von Unternehmern aus der Toskana „zur Verfügung gestellt hat“, nachdem diese einen Beratungsvertrag mit seiner Wirtschaftsprüfungskanzlei unterzeichnet hätten. <BR /><BR />De Bertoldi bestreitet die Vorwürfe. In einem Post im sozialen Netzwerk Facebook schreibt er: „Verdächtigerweise wurde mein Parteiausschluss zu einem Zeitpunkt bekannt gegeben, als ich meinen Rücktritt bereits erklärt habe. Ich konnte nicht mehr in einer Gruppierung bleiben, in der jede Konfrontation abgelehnt wurde.“ <h3> „Platz für jeden, der sich engagieren möchte“</h3>Alessandro Urzi und Marco Galateo, die Männer an der FdI-Spitze in Südtirol, zeigten sich überrascht, betonten aber auch, dass de Bertoldis Ausscheiden aus der Partei lokal keine Auswirkungen habe. Laut Galateo ist FdI die italienische Partei Nummer 1 in Südtirol und „sie lässt Platz für jeden, der sich engagieren möchte.“ <BR /><BR />Nach seinem Ausscheiden von FdI gehört de Bertoldi nun im Parlament der Gemischten Fraktion an. Welcher Gruppierung er sich anschließen wird, entscheidet sich im September. Am wahrscheinlichsten ist ein Wechsel zu Forza Italia oder zur Lega.