Die <b>Soziale Mitte</b> etwa bezeichnete das Thema als eine der zentralen Fragen unserer Zeit, die nicht auf rechtliche und medizinische Aspekte reduziert werden dürfe. Kritisch sieht die Bewegung, dass der Gesetzentwurf im Rahmen eines Omnibusgesetzes mit nur wenigen Artikeln eingebracht werden soll. „Angesichts der Tragweite des Themas wäre ein eigenständiges Gesetzgebungsverfahren mit umfassender öffentlicher Debatte notwendig“, gibt die Vorsitzende der Sozialen Mitte, Gabi Morandell, zu bedenken. Es gelte, die Selbstbestimmung schwerkranker Menschen zu respektieren. Gleichzeitig dürfe jedoch niemand aus Einsamkeit, Überforderung oder dem Gefühl, Angehörigen zur Last zu fallen, den Wunsch entwickeln, zu sterben. Deshalb fordert die Soziale Mitte den konsequenten Ausbau der Palliativversorgung, der Hospizstrukturen und der Schmerztherapie. <BR /><BR />Dass die Diskussion über die gesetzliche Regelung des assistierten Suizids nicht von ideologischem Druck bestimmt werden dürfe, betonen hingegen die <b>Grünen</b>-Abgeordneten <b>Zeno Oberkofler</b>, <b>Brigitte Foppa</b> und <b>Madeleine Rohrer</b>. Sie kritisieren, dass die SVP ihren eigenen Gesetzesvorschlag infrage stelle und sich „offensichtlich von Fratelli d'Italia und der Bewegung für das Leben treiben lässt“. Es gehe nicht um die persönliche Haltung zum assistierten Suizid, sondern um Menschen in ausweglosen Leidenssituationen, deren Wunsch nach Selbstbestimmung respektiert werden müsse. Diesen Wunsch ernst zu nehmen und die persönliche Autonomie und Entscheidungsfreiheit zu respektieren, sei „zutiefst menschlich“. Dass die SVP nun vor Fratelli d'Italia und der Mobilisierung der Bewegung für das Leben einknicke, bezeichnet Oberkofler als „Armutszeugnis“.<BR /><BR />Scharfe Kritik kommt auch vom <b>Team K</b>. Die Ankündigung von Gesundheitslandesrat Hubert Messner, einen eigenen Gesetzentwurf samt breiter Debatte vorzulegen, sei eine „peinliche SVP-Posse“. Der Team-K-Abgeordneter Franz Ploner habe bereits im Februar 2025 einen detaillierten Landesgesetzentwurf eingebracht. „Wenn die SVP nun einen eigenen Gesetzentwurf ankündigt, passiert das nur aus parteipolitischem Geplänkel“, ärgert sich das Team K in einer Aussendung.<BR /><BR />Zustimmung zum Rückzug des Gesetzentwurfs aus dem Omnibusgesetz kommt hingegen von der <b>Lega</b>. Diese bezeichnete den Schritt als Chance für eine ernsthafte, vertiefte und respektvolle Debatte über das Thema. Künftig sollten neben Fachleuten aus Medizin und Recht auch soziale Organisationen und Einrichtungen eingebunden werden. „Aus unserer Sicht sollte jede gesetzgeberische Initiative vorrangig auf eine entschiedene Stärkung der Palliativmedizin und der Krankenpflege ausgerichtet sein, damit sich niemand in den schwierigsten Momenten seines Lebens allein oder verlassen fühlt“, betont <b>Dr. Francesco Avanzini</b>, Provinzbeauftragter der Lega, Abteilung Familie. Die Antwort auf Leid dürfe nicht in der Beschleunigung des Todes liegen, sondern in einer besseren Versorgung, der Unterstützung von Familien und menschlicher Nähe.