Freitag, 10. Juli 2020

Deeg bei Telefonseelsorge: „Ins Gespräch kommen kann helfen“

Rund 10.000 Anrufe nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge jährlich entgegen. „Wollen Wertschätzung des sozialen Ehrenamtes steigern“, betont Landesrätin Deeg.

Landesrätin Waltraud Deeg (r.) hat sich bei (v.l.) Mitarbeiterin Anita Kröss, Leiterin Monika Steger und Caritas-Bereichsleiter Guido Osthoff über das Wirken der Telefonseelsorge informiert.
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Landesrätin Waltraud Deeg (r.) hat sich bei (v.l.) Mitarbeiterin Anita Kröss, Leiterin Monika Steger und Caritas-Bereichsleiter Guido Osthoff über das Wirken der Telefonseelsorge informiert. - Foto: © LPA/Carmen Kollmann
Um mehr Sichtbarkeit für das soziale Ehrenamt und um die wichtige Arbeit, die bei seelischen Nöten geleistet wird, ging es bei einem Treffen von Landesrätin Waltraud Deeg mit den Verantwortlichen der Telefonseelsorge. „Der Druck der Gesellschaft ist manchmal unglaublich stark. Da ist es gut zu wissen, dass rund um die Uhr jemand da ist, der zuhört und berät“, betonte Landesrätin Deeg.

Dass diese Arbeit überwiegend von ehrenamtlich Tätigen angeboten werde, sei ein besonders lobenswertes Merkmal unserer Gesellschaft und Grund genug, stolz auf das soziale Ehrenamt zu sein. Zudem werde im Bereich der Telefonseelsorge eine bedeutende Präventionsarbeit geleistet, deren Wert leider oftmals verkannt oder unterschätzt wird. „Ein Gespräch kann helfen eine Eskalation zu vermeiden. Darum sind einfach zugängliche Dienste wie jener der Telefonseelsorge unheimlich wichtig“, sagte Deeg.

Wenn es bei der Telefonseelsorge klingelt, ist eine oder einer der 88 ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen oder eine der beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen da, hört zu und versucht weiterzuhelfen. „Es geht uns immer um das Gespräch selbst, darum dass man den Anrufer als Mensch sieht. Hier zählt es nicht wer man ist, sondern dass man anruft, weil man mit jemandem reden möchte. Wir bekommen von vielen Anrufern die Rückmeldung, dass sie es sehr schätzen, dass wir 'unsere' Zeit hergeben“, hob Monika Steger im Gespräch mit Landesrätin Deeg hervor.

Steger leitet seit Anfang Juni die Telefonseelsorge, die von der Caritas und der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft getragen wird. Die größte Herausforderung sei die Vielfalt der Anrufer und ihrer Bedürfnisse, zu den besprochenen Themen zählten die Einsamkeit ebenso wie Trauer, Trennung, Ängste und Suizidgedanken. „Wir bemühen uns um ein gutes Zusammengehen von fachlichem Knowhow und Freiwilligenarbeit. Darum ist die Schulung, die Aus- und Weiterbildung unserer Ehrenamtlichen ein wichtiges Anliegen“, sagte der Caritas-Bereichsleiter Guido Osthoff.

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge nehmen jährlich rund 10.000 Anrufe entgegen, dazu kommen 1260 Dialoge von 80 ratsuchenden Menschen, die sich online an die Telefonseelsorge gewandt haben. Nachdem in der Akutphase der Coronakrise der Dienst vorübergehend zum Schutz der Ehrenamtlichen zurückgefahren wurde, steht nun seit Mai die Telefonseelsorge wieder 24 Stunden, auch sonntags und an Feiertagen unter der Telefonnummer 0471 052 052 oder online zur Verfügung.

stol

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