Donnerstag, 01. April 2021

Dekret verabschiedet: Keine gelben Zonen in Italien bis Ende April

Der Ministerrat in Rom hat am Mittwochabend ein Dekret für die Zeit vom 6. bis zum 30. April verabschiedet. Dieses sieht vor, dass bis Ende April ganz Italien als rote oder orange Zone mit strengen Restriktionen gilt.

Mario Draghi hat das Dekret am Mittwochabend unterzeichnet.
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Mario Draghi hat das Dekret am Mittwochabend unterzeichnet. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI
Sollten die Infektionszahlen in einer Region bis Ende April allerdings stark zurückgehen, könnte der Ministerrat nach eingehender Prüfung eine Lockerung der Restriktionen beschließen.

Nach Ostern beginnt für Italiens Schüler bis zur ersten Mittelschule der Präsenzunterricht. In Südtirol hingegen dürfen alle Schüler (in der Oberschule bis zu 75 Prozent) ab 7. April zurück in die Schulen. Dafür müssen sie sich regelmäßigen Selbsttests unterziehen.

Weiters wurde in Italien, wie berichtet, eine Verordnung zur Einführung einer Impfpflicht für das Personal im Gesundheitssektor – auch dem privaten – verabschiedet. Die Impfung sei „wesentliche Voraussetzung“ für die Ausübung des Berufes, heißt es darin. Für jene, die sich nicht impfen lassen wollen, ist – wenn möglich – die Zuweisung eines anderen Arbeitsplatzes vorgesehen, bei dem keine Ansteckungsgefahr besteht. Ist dies nicht möglich, können Impfverweigerer bis zum 31. Dezember 2021 vom Dienst suspendiert werden – ohne Bezahlung. Dies gilt natürlich auch für Südtirols Personal im Gesundheitssektor.

Die Impfpflicht gilt auch für Apotheker, Drogerien (parafarmacie) und für Ärzte mit einer eigenen Praxis. Die Impfung könne beim Gesundheitspersonal nur bei bewiesener Gefahr für die Gesundheit und unter ganz spezifischen Bedingungen ausgesetzt werden, die ärztlich attestiert werden müssen. Regionen und autonome Provinzen werden den lokalen Gesundheitsbehörden nicht geimpftes Personal melden müssen. 5 Tage Zeit hat das Personal Zeit, um zu beweisen, dass es geimpft wurde, oder dass es wegen gesundheitlichen Problemen nicht geimpft werden kann. Nach Ablauf dieser Frist werden die lokalen Gesundheitsbehörden die Interessenten auffordern, die Impfung durchzuführen und innerhalb von 3 Tagen die Bescheinigung zur Immunisierung senden. Beim Fehlen dieser Dokumentation wird die Nichteinhaltung der Impfpflicht festgestellt, mit sofortiger Benachrichtigung der betroffenen Person, des Arbeitgebers und des Berufsverbands.

Vom Ministerrat beschlossen wurde auch ein Schutzschild vor Klagen wegen Nebenwirkungen bei Impfstoffen für jene Personen, die Impfungen verabreichen. Voraussetzung sei, dass sich die Impfenden an alle Vorgaben des Gesundheitsministeriums sowie der Impfstoffproduzenten halten.

Wie berichtet, gilt vom Samstag, 3. April, bis Ostermontag, 5. April, italienweit ein Oster-Lockdown. Ganz Italien wechselt auf rot.

Auch Südtirol zu Ostern rot

Für die Osterfeiertage (Samstag, 3. bis Montag, 5. April) gilt demnach auch in Südtirol, wie auch von der staatlichen Regelung vorgesehen, dass man sich möglichst zu Hause aufhält, allerdings dürfen sich jeweils 2 erwachsene Personen einmal am Tag zwischen 5 und 22 Uhr im gesamten Landesgebiet zu einer einzigen, anderen Privatwohnung als der eigenen begeben. (Zusätzlich Minderjährige unter 14 Jahren, sofern mindestens eine der beiden erwachsenen Personen die elterliche Verantwortung ausübt, sowie Menschen mit Beeinträchtigung oder Pflegebedürftige, die im selben Haushalt leben.)

Zu Ostern darf man also, wie bereits berichtet, die eigene Gemeinde für diese Besuche verlassen.

Die Bevölkerung ist allerdings aufgerufen, diese Möglichkeit der Besuche bei Familie und Freunden mit der entsprechenden Eigenverantwortung wahrzunehmen. Es gilt, Maske zu tragen, Abstand zu halten und sich – wenn möglich – im Freien aufzuhalten.

Die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr gilt auch an den Osterfeiertagen.

apa/stol/d

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