Dienstag, 09. Januar 2018

Dello Sbarbas Weg führt nicht nach Rom

Die Nachricht, dass der Grüne Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba bei den Parlamentswahlen am 4. März nicht kandidieren wird, sorgt am Dienstag für Überraschung in Südtirol. Vor allem bei der Grünen Co-Sprecherin Brigitte Foppa. „Eine offizielle Kandidatur hat es nämlich gar nie gegeben“, erklärt Foppa auf STOL-Nachfrage.

Riccardo Dello Sbarba bleibt in Bozen.- Foto: DLife
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Riccardo Dello Sbarba bleibt in Bozen.- Foto: DLife

Das Kandidaten-Karussell für die Wahlen zum italienischen Parlament dreht sich: Bei der SVP sollen am Mittwoch die Namen für die internen Vorwahlen feststehen, der Partito Democratico berät sich am selben Tag mit dem PD-Vorsitzenden Matteo Renzi über die geeigneten Südtirol-Kandidaten für die Abgeordnetenkammer und den Senat.

Ethikkodex schließt Dello Sbarbas Kandidatur aus

Bei den Grünen, die ein Wahlbündnis mit der Liste „Liberi e Uguali“ um den ehemaligen Senatspräsidenten Pietro Grasso eingegangen sind, schien der Name hingegen festzustehen: Riccardo Dello Sbarba. Aus dessen Kandidatur wird nun aber nichts. Der Ethikkodex von „Liberi e Uguali“ schließt die Teilnahme von aktuellen Mandatsträgern aus – also auch jene des langjährigen Landtagsabgeordneten.

Eine Haltung, der Brigitte Foppa, Landtagsabgeordnete und Co-Sprecherin der Grünen, einiges abgewinnen kann. „Wenn ich mich in den Landtag  wählen lasse, dann führe ich mein Mandat im Normalfall zu Ende. Das gehört zum guten Stil“, unterstreicht Foppa im STOL-Gespräch, fügt aber hinzu, dass dies im Einzelfall entschieden werden müsse. Auch der „Liberi e Uguali“-Kodex erlaubt Ausnahmen, eine solche wollen die Grünen aber nicht sein.

Foppa: „Dello Sbarba war offiziell nie als Kandidat nominiert“

Verwundert ist Foppa aber dennoch. Nicht über den Ethikkodex an sich, sondern über die Berichte zu Dello Sbarbas Kandidatur. „Weder Riccardo noch die Partei, haben offiziell eine Kandidatur bekanntgegeben“, so Foppa.

Man habe diesen Montag das erste Mal über Kandidaten gesprochen und diesbezüglich noch keine endgültige Entscheidung getroffen, berichtet die Landtagsabgeordnete. Dello Sbarba sei zwar eine Option für eine Kandidatur im Kammerwahlkreis Bozen-Unterland gewesen, aber, so Foppa, „wir brauchen Riccardo für die Landtagswahlen“.

Anfang nächster Woche wollen die Grünen wieder über die Namen für Rom beraten – am 20. Jänner werden die Kandidaten dann bei der Landesversammlung vorgestellt. Sie werden es nicht einfach haben, ihre Chancen einen Sitz in Kammer oder Senat zu erhalten, gelten als gering.

stol/aw

stol