Tausende Regierungsanhänger seien aus mehreren Landesteilen in die Hauptstadt Sanaa gekommen, berichteten Augenzeugen. Proteste gegen den Präsidenten gab es in der Hauptstadt und in der westlichen Stadt Taiz.„Wir brauchen mehr Geduld und mehr Ausdauer“, sagte ein Prediger beim Freitagsgebet in Taiz. Am Vortag hatten religiöse Führer und Stammesführer den Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert. „Wir weisen jede Initiative unserer Brüder und Freunde zurück, die nicht deutlich die Forderungen der friedlichen Revolution erfüllt, vor allem die nach einem sofortigen Rücktritt von Präsident Salih“, erklärten sie.Am vergangenen Freitag hatten Sicherheitskräfte zum wiederholten Male auf Salih-Gegner geschossen und dabei drei Demonstranten getötet. Nach Schätzungen der Opposition haben Sicherheitskräfte bei den Zusammenstößen in den vergangenen Wochen bislang mehr als 100 Demonstranten erschossen und Tausende verletzt.Vertreter der Opposition und der Regierung wollen sich in der kommenden Woche in Saudi-Arabien treffen, um Möglichkeiten für eine Übergabe der Macht an Salihs Stellvertreter zu besprechen. Die Gegner des seit 1978 amtierenden Präsidenten fordern seinen sofortigen Rücktritt und demokratische Reformen. Salihs Position wurde in den vergangenen Tagen schwächer, weil sich mehrere seiner Verbündeten im In- und Ausland von ihm abgewandt hatten, unter anderem die USA.dpa