Samstag, 01. August 2020

Den ersten Test zahlen Bauern und Helfer, Nummer 2 und 3 die öffentliche Hand

Beim Hin und Her, wer die Corona-Tests für Erntehelfer aus den Risikoländern Bulgarien und Rumänien zahlen soll, wurde gestern eine Einigung gefunden, wie das Tagblatt „Dolomiten“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt.

Insgesamt 3 Mal sollen die Erntehelfer getestet werden.
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Insgesamt 3 Mal sollen die Erntehelfer getestet werden. - Foto: © Helmuth Rier www.fotorier.i
„Den ersten Test bei einem Erntehelfer zahlt die Landwirtschaft“, berichtet Landesrat Arnold Schuler. Die Kosten für den jeweils zweiten und dritten Test hingegen übernehme der Sanitätsbetrieb – die öffentliche Hand.

Wenn ein Erntehelfer sich in Rumänien oder Bulgarien testen lässt, bevor er nach Südtirol reist, dann zahlt diesen Test entweder der Südtiroler Bauer oder der Erntehelfer selbst.

Kommt ein Erntehelfer aus einem dieser beiden Länder ohne Test nach Südtirol, dann wird er hier getestet – und auch in diesem Fall übernimmt die Landwirtschaft die Kosten für diesen ersten Test: entweder der Bauernbund oder der Bauer selbst, das ist laut SBB-Obmann Leo Tiefenthaler noch zu klären.

Tiefenthaler betont: „Unsere Empfehlung lautet, alle Erntehelfer aus anderen Ländern sollen in Südtirol einem Corona-Test unterzogen werden. Wir sind bereit, kommende Woche mit den Tests zu starten. Die Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb, Weißen Kreuz und Roten Kreuz funktioniert sehr gut. Wir sind dabei, Standorte ausfindig zu machen.“

Tiefenthaler weist darauf hin, dass nun vieles vom neuen Dekret von Ministerpräsident Conte abhänge; Contes Corona-Notstandsdekret vom Frühjahr verfiel gestern – Freitag – um Mitternacht. „Erst aufgrund des neuen Dekrets können wir die richtigen Entscheidungen treffen“, hebt Tiefenthaler hervor. „Wir sind jedenfalls vorbereitet.“ Vom neuen Dekret Contes hänge ab, welche Vorgangsweise bei welchen Ländern anzuwenden sei. Zudem warte man auch auf die Verordnung von Landeshauptmann Kompatscher zur aktiven Betriebsquarantäne für Erntehelfer aus Rumänien und Bulgarien.

Fix ist: Sämtliche Erntehelfer aus anderen Ländern sollen insgesamt dreimal getestet werden. Wie gestern bekannt wurde, hat Italien die 14-tägige Quarantänepflicht bei Einreisen aus Bulgarien und Rumänien wegen der Corona-Pandemie unbefristet verlängert. Das Land Südtirol kann nun aber nicht vorschreiben, dass Erntehelfer aus diesen beiden Ländern bereits in ihrer Heimat einen Corona-Test durchführen müssen, bevor sie nach Südtirol aufbrechen, sagt Schuler. „Dafür haben wir keine Zuständigkeit“.

Trotzdem bleibt das Ziel aber, dass so viele Erntehelfer wie möglich aus Rumänien und Bulgarien bereits von einer zertifizierten Stelle negativ getestet in Südtirol einreisen. Dann können sie gleich im Rahmen einer „aktiven Betriebsquarantäne“ mit dem „Klauben“ beginnen. Wer als Klauber aus Rumänien oder Bulgarien hingegen ohne negativen Corona-Test in Südtirol einreist, verliert viel Zeit durch die Quarantäne, bevor er arbeiten kann.

Landesrat Thomas Widmann zeigt sich mit der getroffenen Vereinbarung mit dem Bauernbund zufrieden. „Es handelt sich um eine gute und sinnvolle Lösung. Es ist wichtig, möglichst viele Erntehelfer bereits in ihren Heimatländern zu testen.“

hof