Dass sich die SVP auf römischen Druck hin für die Lega und Christian Bianchi entscheiden würde, war so sicher wie das Amen im Gebet. Kurz vor Mitternacht erfolgte am Dienstag die Einigung im Büro des Landeshauptmann. Arno Kompatscher hat seine 19 Stimmen für die heutige Wahl somit fix im Sack, abgestimmt wird nicht geheim, Heckenschützen wie früher gibt es damit nicht mehr und somit wohl keine Überraschungen.<BR /><BR />Wer den Weg frei gab, wird gefeiert wie ein Held. „Danke Angelo, du bist und bleibst ein vollwertiges Mitglied der Mehrheit“, presst Bianchi aus den Lippen. Gennaccaro selbst will von einem Schritt zurück nichts wissen: „Es ist ein Schritt zur Seite, um einen Schritt nach vorn zu setzen.“ Nur so sei die italienische Vertretung mit 2 Landesräten „gerettet“ worden. Und er selbst heimst ein: Gennaccaro wird Vizelandtagspräsident, Regionalassessor, kommt in die 6er-Kommission. In Kompatschers Büro gingen Posten in Landesgesellschaften für seine Civica über den Ladentisch.<h3> Posten für die Civica-Leute</h3>Vor allem aber wurde Gennaccaro mit einer „Kompetenz für Bozen und Meran“ ausgestattet. Nicht er hat sie erkämpft, sondern der Landeshauptmann hat sie serviert – und sich damit wohl auch selbst ein bisschen das Gesicht gerettet, Gennaccaro, den er wohl lieber in der Regierung gehabt hätte als Bianchi, nicht fallen gelassen zu haben. <BR /><BR />Im Wahlkampf hatte die Civica einen „Landesrat für die Städte“ gefordert. „Diese Kompetenz ist also ein Kernstück für uns. Mit ihr werde ich Bindeglied zwischen Land, Bozen und Meran, sitze bei Treffen mit am Tisch, kann Projekte initiieren und beschleunigen“, so Gennaccaro.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="984475_image" /></div> <BR /><BR /> Ein Schattenlandesrat also? „So nennen es die Leute“, schmunzelt Gennaccaro. Alles Blabla, sagt die Opposition. Gennaccaro habe keine Entscheidungsbefugnis, sei vom Landesrat weit entfernt. <BR /><BR />Allemal kann er sich in Bozen und Meran weiter einbringen. Viele rechnen, dass er 2025 als Bürgermeisterkandidat in Bozen antritt: Zusage der SVP auf Unterstützung in der Tasche, auch wenn es keiner zugibt. <BR />Auf Dauer bringt diese Kompetenz nämlich Reibungsflächen mit sich. Der echte Landesrat, z.B. für öffentliche Arbeiten, dürfte keine Freude haben, wenn ihm Gennaccaro in den Städten ständig hineinfunkt. Vor allem, wenn er Christian Bianchi heißen sollte.<BR />