Freitag, 30. September 2016

Der Bürgermeister schenkt, der Sekretär soll zahlen

Die Burggräfler Bürgermeister beschenkten Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder zum 70. Geburtstag. Einige von ihnen finanzierten dies aber aus der Gemeindekasse. Jetzt sollen die Beamten dafür geradestehen.

Der Rechnungshof ermittelt wegen des Durnwalder-Geschenks. Zahlen sollen allerdings nicht die Bürgermeister, sondern die Gemeindesekretäre.
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Der Rechnungshof ermittelt wegen des Durnwalder-Geschenks. Zahlen sollen allerdings nicht die Bürgermeister, sondern die Gemeindesekretäre. - Foto: © D

Einen Meter lang und 75 Zentimeter breit ist der Dorn im Auge des Rechnungshofes: Eine Glasscheibe mit dem Landeswappen umrahmt von den Wappen der 26 Burggräfler Gemeinden.

Als gemeinsames Geschenk der Burggräfler Bürgermeister wurde sie 2011 an Luis Durnwalder zum 70. Geburtstag übergeben. Kostenpunkt: 93 Euro pro Kopf. Der Löwenanteil der Bürgermeister öffnete für das Präsent die eigene Brieftasche.

Aber eben nicht alle. In einigen Gemeinden – darunter St. Martin, St. Pankraz, St. Felix/Unsere liebe Frau, Nals, Marling und Tscherms – rechneten die Bürgermeister das Durnwalder-Geschenk als Repräsentationsausgabe über die Gemeindekasse ab. Und das sorgt jetzt für späte Nachwehen.

Allerdings nicht für die betroffenen Bürgermeister, sondern für die damaligen Sekretäre in den jeweiligen Gemeinden. Ihnen flatterte dieser Tage eine Vorhaltung der Staatsanwaltschaft am Rechnungshof auf den Tisch. Diese wirft ihnen vor, durch „grobe Fahrlässigkeit“ der Gemeinde einen finanziellen Schaden (93 Euro) zugefügt zu haben, weil die Gelder nicht rechtmäßig verwendet wurden.

bv/D

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In den betroffenen Gemeinden ist der Unmut nun groß. Die „Dolomiten“ (Freitag-Ausgabe) berichtet.

stol