Zwei Leidenschaften spielen im Leben von Zeno Oberkofler eine große Rolle: Die Musik und Politik. Der diplomierte Geiger hat vorerst den Bogen zur Seite gelegt. Bei den Wahlen am 22. Oktober gelang ihm nämlich der Sprung in den Landtag. „Das Mandat hat Priorität und ich freu mich auf die Arbeit“, sagt er. <BR /><BR />Entspannt und gelöst kommt er zum Termin, der neue und sehr junge Landtagsabgeordnete der Grünen. Zeno Oberkofler (25) hat aufregende Wochen hinter sich. Vor allem die Nacht vom 22. auf den 23. Oktober war aufwühlend und spannend. Bekanntlich hat er auf den letzten Metern, quasi in der letzten Briefwahlsektion, den Sprung in den Landtag geschafft. 4389 Wählerinnen und Wähler haben ihm ihr Vertrauen geschenkt. „Das ist ein große Verantwortung“, meint er. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959602_image" /></div> <BR /><BR />Das Gespräch mit dem Jungpolitiker beginnt aber in einem ganz anderen Metier. Dieses hat mit Gefühl, Emotion, Leidenschaft zu tun. Oberkofler ist eigentlich Musiker. Nach dem Geige-Diplom am Bozner Konservatorium hat er sein Können in Cesena verfeinert und ist auf die Bratsche umgesattelt. <BR /><BR />„Bis zum Master sind noch einige Prüfungen abzulegen“, erzählt er. Zugleich studiert er Wirtschaft in Ferrara. Ein Jahr fehlt ihm noch bis zum Abschluss. 6 Monate hat er in der Aufschnaiter-Mittelschule Geige und Religion unterrichtet. Das Lehrerdasein beschreibt er als interessante Erfahrung. <h3>Musik und Politik sind die großen Leidenschaften </h3>„Das Landtagsmandat hat jetzt Priorität“, stellt er klar, „aber die Musik ist mir sehr wichtig. Als persönlicher Ausgleich“. In diesen Tagen ist er in erster Linie musikalisch unterwegs. Es spielt im Domorchester mit, welches sich auf ein Konzert vorbereitet hat (siehe Bericht unten). Jüngst war er auch bei den Konzerten der „Südtirol Filarmonica“ mit dabei. „Da sitze ich im Orchester, das gefällt mir. Es geht um die Musik und ich bin einfach der Zeno.“ Auch wenn in seinem neuen Job einiges an Arbeit auf ihn zukommen wird, will er weiterhin musizieren. Das sollte sich gut vereinbaren lassen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959605_image" /></div> <BR /><BR />Er habe schon gerungen, zwischen der Musik und Politik. „Am Ende habe ich mir eingestehen müssen, dass auch die Politik eine große Leidenschaft ist.“ Schon seit Jahren engagiert er sich für die Grünen, ist einer der Macher der „Fridays for Future“-Bewegung in Südtirol und hat politische Erfahrung im Stadtviertelrat Zentrum-Bozner Boden-Rentsch gesammelt. Maßgeblich beteiligt war er auch am Aufbau der „Young Greens“. <BR /><BR /> „Begonnen hat das schon alles vor den Landtagswahlen 2018. Eine Gruppe hat sich formiert und ist gewachsen. Das primäre Ziel war immer junge Menschen in den Landtag zu bringen“, sagt er. In einer internen Vorwahl wurde Oberkofler dann zum Spitzenkandidat der grünen Jugendbewegung für die jüngsten Landtagswahl gekürt. 7 weitere Kandidaten im Alter zwischen 21 und 36 Jahren haben ebenfalls kandidiert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="959608_image" /></div> <BR /><BR /> „Oftmals wird gesagt: Die jungen Leute sind die Zukunft. Ich sage aber, wir sind die Gegenwart.“ Um dies zu beweisen, wurde „gepowert“, was schlussendlich zum Erfolg geführt hat. Die sozialen Medien hat man ordentlich gefüttert, im gesamtem Land Wahlkampf gemacht. „Wir haben Veranstaltungen organisiert, an Podiumsdiskussionen teilgenommen und von Tür zu Tür um Zustimmung geworben“, berichtet der 25-Jährige. <BR /><BR />Der direkte Kontakt mit den Menschen habe ihn begeistert. „Es war der Wunsch der älteren Generation zu spüren, dass sie junge Menschen im Landtag sehen wollen“, meint er. Interessant seien vor allem die Podiumsdiskussionen mit Schülern und Studenten gewesen. „Die haben keine Lust mehr auf die Maskerade der Politiker. Sie stellen konkrete Fragen und wünschen konkrete Antworten.“ Diese will er versuchen zu liefern. Themen wie die Energiewende, Klimaschutz oder leistbares Wohnen, möchte Oberkofler in den kommenden 5 Jahren beackern. <h3>„Ich werde mich nicht verbiegen“</h3>„Besonders wichtig ist mir auch das Thema psychische Gesundheit. In diesem Bereich besteht viel Nachholbedarf.“ Oberkofler will dahingehend 2 Vorschläge auf den Weg bringen: Eine Art Erste Hilfe in psychologischen Notfällen und die Einführung von Basispsychologen. Neben seiner Arbeit als Landtagsabgeordneter wird er sich weiter in der Klimabewegung engagieren. Es gehe um die Zukunft der Menschheit, „das müssen wir uns bewusst sein.“<BR /><BR />Auf die Frage, ob er sich seinen Idealismus nach einer gewissen Zeit im Landtag behalten wird, antwortet er: „Ich werde mich nicht verbiegen. <BR /> Im Zuge des Wahlkampfs habe ich erfahren, wie wichtig es ist den Menschen zuzuhören, aber auch den Eigene Standpunkt darzulegen.“<BR />Der 13. November ist für den 25-Jährigen ein wichtiger Tag: Der Landtag trifft sich zur konstituierenden Sitzung. „Es ist ein wichtiger Moment und die Aufregung wird sicher groß sein“, meint er. <BR />