Denn, so erläuterte Leiter Reber gestern auf einer Pressekonferenz, die gesamtstaatliche Regulierungsbehörde ARERA habe angekündigt, die italienischen Tarifzonen bereits im kommenden Jahr in Abstimmung mit dem Netzbetreiber TERNA neu einteilen zu wollen.<BR /><BR />Damit soll den lokalen Realitäten im Strommix besser entsprochen werden. „Davon profitieren vor allem jene Regionen, die viel Strom produzieren und zugleich einen hohen Selbstversorgungsgrad aufweisen“, betonte er. Und das sei eben genau der Fall für Südtirol, weswegen man „jetzt nicht schlafen“ dürfe.<BR /><BR />Leiter Reber präsentiert daher im Oktober im Landtag einen Beschlussantrag, mit dem sich der Landtag einerseits „im Sinne seiner Landesautonomie, seiner lokalen Besonderheiten und aufgrund seines hohen Selbstversorgungsgrades an erneuerbaren Energien“ für eine eigene Markt- und Tarifzone aussprechen soll. <BR /><BR />Und andererseits gleichzeitig die Landesregierung und die Südtiroler Vertreter in der Sechser- und Zwölferkommission beauftragen soll, sich für eben eine solche eigene Markt- und Tarifzone Südtirol einzusetzen. Denn bislang, so kritisierte der Landtagsabgeordnete, habe die viel gepriesene „Heimholung“ der großen Wasserkraft für Südtirols Haushalte keine niedrigen Verbraucherpreise gebracht. <BR /><BR /><BR /><BR />„Zu Recht ärgern sich deshalb viele Südtiroler, dass sie trotz unserer Überproduktion hohe Strom- und Energiepreise bezahlen“, unterstrich Leiter Reber. Allein von Jänner dieses Jahres bis heute sei der gesamtstaatliche Einheitspreis (PUN, von ihm hängen auch die Preise in den Tarifzonen ab) um 58 Prozent gestiegen. <h3> Reaktionen auf Tarifzonen-Vorschlag</h3>Die Reaktionen auf den Vorschlag sind hingegen zurückhaltend. Von Landesrat Peter Brunner zum bis Energieverband heißt es: Erst genau prüfen.<BR /><BR />Energielandesrat Peter Brunner bestätigt: „ARERA stellt eine solche Entwicklung in ihrem Tätigkeitsbericht 2026 in Aussicht.“ Allerdings sei derzeit noch offen, ob Südtirol von einer Neuregelung tatsächlich profitieren würde. „Unsere Ämter werden das genau prüfen“, kündigt der Landesrat an.<BR /><BR />Gerade der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister lvh ist dieser Tage mit der Meldung an die Öffentlichkeit gegangen, man sehe bei den Strompreisen Handlungsbedarf. Entsprechend hieß es gestern vonseiten des Verbandes: „Grundsätzlich ist jeder Vorstoß zu begrüßen, der zur Senkung der Energiekosten dienlich sein kann.“ Nun müsse geprüft werden, betont auch der lvh, ob besagter Vorschlag tatsächlich in der Praxis zu niedrigeren Strompreisen in Südtirol führen würde. <BR /><BR />Auch der Südtiroler Energieverband (SEV) „begrüßt grundsätzlich jede Initiative, die zu einer Entlastung der Stromkosten für die Endverbraucher beiträgt“. Allerdings gibt der SEV zu bedenken, „wie stark die Stromerzeugung in Südtirol von den Niederschlägen abhängig ist“. Das habe der diesjährige Sommer eindrucksvoll gezeigt. <BR /><BR />Und so bestehe in Trockenperioden eine erhöhte Abhängigkeit von Stromimporten aus anderen Regionen. Eine ähnliche Situation ergebe sich regelmäßig in den Wintermonaten Dezember und Jänner, wenn aufgrund niedriger Wasserführungen und geringer Sonneneinstrahlung die regionale Stromproduktion eingeschränkt sei. <BR /><BR />„Vor diesem Hintergrund sollte die Schaffung einer eigenen Stromtarifzone nicht nur unter rechtlichen Gesichtspunkten, sondern vor allem hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen sorgfältig geprüft werden. Dabei stelle sich die Frage, ob eine Einbettung in einen größeren Markt- und Versorgungsraum nicht zusätzliche Vorteile hinsichtlich der Versorgungssicherheit und der Risikostreuung biete.Es gilt zu vermeiden, dass die Notwendigkeit umfangreicher Stromzukäufe von außerhalb in Zeiten geringer Eigenproduktion letztlich zu höheren Kosten führt und damit die angestrebte Entlastung der Endverbraucherinnen und Endverbraucher ins Gegenteil verkehrt wird.<BR /><BR />Eine fundierte Bewertung muss daher sowohl die potenziellen Vorteile einer eigenständigen Tarifzone als auch die Risiken einer stärkeren Abhängigkeit von externen Strombezügen berücksichtigen.“